Kulturbühne bald wieder Lagerhalle?

Jügesheim (eh) ‐ Der Eigentümer der ehemaligen Maximal-Halle, Dieter Stein, sorgt sich um die Zukunft seines Gebäudes. Seit dem Auszug der Kulturinitiative Maximal vor einem Jahr hat die Halle in der Stettiner Straße 17 keinen ständigen Mieter mehr. Monat für Monat fallen 600 Euro laufende Kosten an.

So wie bisher kann es für Dieter Stein nicht weitergehen. „Die Zukunft der Maximal-Halle steht auf dem Spiel“, formuliert er in einer Pressemitteilung: „Soll nun nach 18 Jahren Aufbauarbeit diese einmalige Spielstätte in eine Lagerhalle zurückverwandelt werden?“

Um die Bühne an der Stettiner Straße für die Kulturszene zu erhalten, versucht der Eigentümer nun erneut einen Mieter zu finden. Vier Vereine hat er angeschrieben: die Kulturinitiativen „Maximal“ und „Impuls“, die Freie Musikschule und die TGS Jügesheim. Stein bietet ihnen die Halle für 600 Euro pro Monat an - einen Betrag, der nach seinen Worten lediglich die Nebenkosten deckt.

Ob es zu einem Vertrag mit einer der beiden Kulturinitiativen kommt, ist fraglich. Der Maximal-Vorstand hatte bereits vor einem Jahr auf eine schlechte Wärmeisolierung und andere Unzulänglichkeiten hingewiesen. Der Impuls-Kulturverein hingegen konzentriert sich auf wenige große Veranstaltungen im Jahr - eine angemietete Halle stünde demnach die meiste Zeit leer.

Ein Freundeskreis um Dieter Stein führte die Kulturbühne in der Stettiner Straße 17 vorerst unter dem Namen „Open Stage“ weiter. Seither gingen dort nach Angaben Steins zwölf Theateraufführungen, elf Konzerte und einige kleinere Veranstaltungen über die Bühne. Doch damit stößt der Freundeskreis offenbar an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit. „Die Situation ist schwierig“, so Stein: „Open Stage hat die Halle, kann aber, ohne ein Verein zu sein, die personelle Belastung nicht länger tragen.“

Im Brief an die vier Vereine spricht Stein nun davon, Open Stage habe „zwangsläufig Veranstaltungen übernehmen“ müssen, „die sich an wechselnden Spielorten nicht durchführen lassen“.

Falls sich kein Dauermieter findet, will der Eigentümer seine Halle für einzelne Veranstaltungen vermieten (200 Euro). Sondervereinbarungen mit der Freien Musikschule sollen weiter möglich sein. In diesem Fall will Dieter Stein auch die Gründung eines Vereins „Open Stage“ vorantreiben, obwohl Rodgau seiner Ansicht nach zu klein für drei Kulturinitiativen ist.

Bei dem über 70-Jährigen spielen Enttäuschung und Verbitterung mit. 17 Jahre lang habe er den Maximal-Betrieb mit 500 Euro Nebenkosten pro Monat subventioniert: „Mit einer Beteiligung Maximals von nur 105 Euro monatlich konnte ich auf Dauer weder die monatlichen Heizkosten der Halle bezahlen, noch die fälligen Reparaturen des Daches in Angriff nehmen.“

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © pixelio.de / Christian Seidel

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare