Dezernent im bezahlten Ehrenamt

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Werner Kremeier

Rodgau (eh) - Stadtrat Michael Schüßler (FDP) soll Nachfolger der Ersten Stadträtin Hildegard Ripper (CDU) werden, die zum 31. Januar aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in den Ruhestand geht.

Die Kooperation aus SPD, Grünen, FDP und Freien Wählern will damit ihr Wahlversprechen einlösen, eine hauptamtliche Stelle im Magistrat einzusparen. Werner Kremeier (Grüne) soll laut Kooperation ehrenamtlich das Kultur- und Sportdezernat übernehmen, mit einer Aufwandsentschädigung von 625 Euro pro Monat.

Die Stadtverwaltung wird künftig nur noch vom Bürgermeister und einem hauptamtlichen Ersten Stadtrat geführt. Der Verzicht auf einen zweiten hauptamtlichen Stadtrat bedeutet nach Angaben der Kooperation eine jährliche Ersparnis von 147.000 Euro für die Stadt.

Der Erste Stadtrat wird nicht von den Bürgern, sondern von der Stadtverordnetenversammlung gewählt. Auch wenn das Ergebnis der Wahl aus Sicht der Viererkooperation bereits feststeht, muss die Stelle öffentlich ausgeschrieben werden.

Aufgabenverteilung im Rathaus

Mit dem Ausscheiden von Hildegard Ripper verändert sich möglicherweise auch die Aufgabenverteilung im Rathaus. Während der Krankheit der Ersten Stadträtin hatten Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) und Stadtrat Schüßler ihre Aufgaben kommissarisch mitbetreut. Nun ist es Zeit für eine neue Dezernatsverteilung. Eine Sonderrolle soll dabei der „Agentur für Sport, Kultur und Ehrenamt“ zufallen. Die Kooperation will den Bürgermeister bitten, dieses Dezernat ehrenamtlich an Werner Kremeier zu vergeben. Als Vorsitzender der Kulturinitiative „Maximal“ bringe er Fachwissen und Erfahrung mit.

Eine solche ehrenamtliche Dezernatsleitung hat sich laut Kooperation in vielen anderen Städten etabliert. Angesichts der erhöhten Verantwortung schlägt das Viererbündnis eine Aufwandsentschädigung von 625 Euro im Monat vor. Bisher erhält Werner Kremeier wie jeder andere ehrenamtliche Stadtrat eine Monatspauschale von 70 Euro und dazu 40 Euro für jede Sitzung. „Da kann man nicht von einer Bezahlung reden“, so Kremeier. „Das ist als Entschädigung definiert und mehr ist es auch nicht.“

Kultur und Sport

Falls er zum Dezernenten ernannt wird, will Kremeier den Vorsitz der Kulturinitiative aufgeben, um Interessenkonflikte zu vermeiden. Sein Herz schlage nicht nur für die Kultur, sondern auch für den Sport: „Wir haben hier sehr viele Sportvereine, die sehr viel machen und außerhalb von Rodgau weiß das keiner. Da sehe ich Verbesserungsbedarf. Die Vereine sind einer der weichen Faktoren, die jede Kommune braucht.“

Quelle: op-online.de

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