Vom Start weg ausgebucht

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18 Monat hat das Maximal nach einer neuen Heimat gesucht. Die Durststrecke hat dem guten Ruf offenbar nicht geschadet. Die Konzertbuchungen reichen bereits bis ins nächste Jahr.

Jügesheim (eh) - Mit Konzerten im Doppelpack hat die Kulturinitiative Maximal ihren neuen Musikkeller an der Eisenbahnstraße eröffnet: Vier Männer aus der Frankfurter Musikszene und drei Schwestern aus Australien traten auf.

An beiden Abenden konnte man spüren: Die Maximalisten und ihr Publikum sind wieder daheim.

Nur noch der halbrunde Tresen erinnert an die einstige Pizzeria „Mona Lisa“. Er dominiert den Raum, ohne zu stören. Der beste Platz ist nicht nur am Tresen, sondern überall. Die kleine, niedrige Bühne in der Ecke gegenüber des Eingangs ist so platziert, dass man von jeder Stelle aus gleich gut sieht. Ein umlaufendes Wandbord bietet reichlich Platz, um das Bio-Bier oder ein Weinglas abzustellen. Zwei Dutzend Barhocker sind entlang der Wand aufgereiht, für später kommende Gäste gibt es Stehplätze. Der Eröffnungsabend zeigte: Mit 70 Besuchern wird es zwar etwas eng, aber noch nicht zu voll.

Ein derart kleiner Liveclub eignet sich nicht nur für „Unplugged“-Konzerte mit akustischen Instrumenten. Etwas Tontechnik muss schon sein. Aber nur ganz dezent. Der Mann am Mischpult braucht Fingerspitzengefühl. Wenn er voll aufdreht, platzen die Trommelfelle. Auch das Bühnenlicht ist sparsam. Wie gut, dass es LED-Scheinwerfer gibt! Sonst würde es sehr bald sehr warm.

Gage mit dem Sektkübel eingesammelt

„Willkommen! Es ist schön hier“, begrüßte Thomas Langer die Besucher der Eröffnungs-Session. Der Gitarrist, selbst Vorstandsmitglied der Kulturinitiative, hatte für den Abend drei Musikerkollegen aus der Region eingeladen: Jan Beiling, Michael Höfler und Giovanni Gulino. Alle Beteiligten seien etwas aufgeregt, gestand Langer: „Maximal macht seit 20 Jahren Konzerte – heute ist wieder mal das erste Mal.“

„Ich bin froh, Mitglied in einem Verein zu sein, der etwas so Tolles auf die Beine stellen kann“, betonte Maximal-Vorsitzender Dr. Heinz Haberzettl. Die Ehrenamtlichen, deren Familien, die Künstler und das treue Publikum – jeder leiste seinen Beitrag zum Gelingen. Besonders dankte er den Musikern, die sich auf die Vertragsbedingungen einließen: „Manchmal kommt nicht mal der Spritpreis raus.“ Am ersten Abend war der Eintritt frei: Die Gage wurde bei den Besuchern mit einem Sektkübel eingesammelt.

Mit der neuen „Location“ bietet die Kulturinitiative wieder ein volles Programm: fünf Veranstaltungen im Oktober, acht im November, vier im Dezember. „Am liebsten würden wir jeden Freitag und Samstag spielen, aber die ehrenamtlichen Helfer sind irgendwann gesättigt“, so Haberzettl. Dahinter stehe auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit: „Wir müssen den Laden voll haben, sonst können wir die Miete nicht bezahlen.“

Quelle: op-online.de

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