Im Kulturpreis ist viel Musik drin

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Thomas Langer organisiert seine 100. Jazz-Night.

Rodgau - Der Kulturpreis der Stadt Rodgau geht in diesem Jahr an zwei Preisträger: den Musikverein Dudenhofen und den Gitarristen Thomas Langer. Die Auszeichnung wird für „herausragende kulturelle Leistungen“ vergeben. Sie ist mit 2200 Euro dotiert.

Erst im zweiten Anlauf einigte sich die zehnköpfige Jury aus Stadtverordneten und Magistrat auf die Preisträger. Die erste Sitzung im Dezember war ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Sieben Vorschläge für den Kulturpreis waren eingereicht worden. Mit der Auszeichnung würdigt die Stadt künstlerische Leistungen, die über die Stadtgrenzen hinausreichen. Thomas Langer arbeitet als Gitarrist, Komponist und Produzent mit deutschen und internationalen Musikern zusammen. Das symphonische Blasorchester des Musikvereins Dudenhofen mit seinem Dirigenten Rainer Fenchel gilt als eines der besten Vereins-Orchester der Region.

Beide Preisträger stehen auch für Veranstaltungen, deren Einzugsbereich weit über Rodgau hinaus ausstrahlt, nämlich Kamelienkonzerte in der Gärtnerei Fischer und Jazz-Nights. Mit seinen Kamelienkonzerten hat der Musikverein ein einzigartiges Veranstaltungsformat etabliert, das jedes Jahr im Frühling mehrere hundert Besucher begeistert. Inmitten blühender Kamelien erleben die Zuhörer im Gärtnerei-Gewächshaus die sinfonische Bläsermusik in einer ganz anderen Intensität als im Konzertsaal.

Ein Aushängeschild der Stadt Rodgau sind auch die monatlichen Jazz-Nights mit Thomas Langer in der Kulturinitiative Maximal. Der Gastgeber lädt dazu wechselnde Musikerkollegen ein. Darunter sind viele Künstler, die ohne ihn nie in Rodgau aufgetreten wären. Die Besetzung ist immer wieder neu. In seinen 99 Jazz-Nights hat Thomas Langer also 99 Mal Vielfalt auf die Bühne gebracht. Die 100. Jazz-Night findet am Freitag, 7. Februar, statt - eine außergewöhnliche Zahl für eine solche Reihe. Das Jubiläumskonzert bestreiten Wolfgang Schmid, Daniel Messina, Tony Lakatos, Annika Klar und natürlich Gitarrist Langer.

Thomas Langer, Jahrgang 1967, studierte bis 1991 Gitarre am Guitar Institute of Technology in Los Angeles. Bei seinem Abschluss wurde er unter 600 Absolventen mit dem „outstanding stylist award“ geehrt. Er studierte außerdem an der New School of Music in New York und war Schüler von Ted Greene, Scott Henderson und Joe Diorio. Als Studiomusiker und live hat er unter anderem mit Barbara Dennerlein, Jeff Andrews, Bob Mintzer und Ack van Rooyen gearbeitet. Stilistisch orientiert er sich an Jazz, Rock, Weltmusik, Blues, Klassik und Europa-Folk. Als stilprägende Vorbilder nennt er etwa Eric Clapton, Pat Metheny und The Who. Thomas Langer arbeitet als Dozent an der Future Music School Aschaffenburg und leitet bundesweit Workshops.

Musikverein im hessischen Rundfunk

Musikverein im hessischen Rundfunk

„Der Musikverein Dudenhofen zeichnet sich ebenfalls durch großes Können auf hohem Niveau aus“, würdigt der Magistrat anlässlich der Verleihung des Kulturpreises. Manfred Meyer, der langjährige Musikkritiker unserer Zeitung, bezeichnet das symphonische Blasorchester als „Klassenprimus“ und als „Zugpferd für Blasmusikvereine der Umgebung“. In der Laudatio zum 100-jährigen Bestehen des Vereins 2010 würdigte Meyer den Trompeter, Flügelhornisten und Dirigent Rainer Fenchel als Taktgeber, der sich selbst nicht in den Mittelpunkt rücke, sondern das ganze Orchester zum Star mache. Der Musikverein hat hochklassige Musiker in seinen Reihen, unter anderem Thomas Sonnen (Horn, Tuba).

Die Kamelienkonzerte in der Gärtnerei Fischer sind ein Markenzeichen des Musikvereins.

Zu den großen Interpretationen der Dudenhöfer gehören die monumentale Darstellung von „Of Sailors and Whales“, die „Bilder einer Ausstellung“ als Konzert und CD und die „Dreigroschenoper“ im Rathaus-Saal. Nicht zum ersten Mal finden die Leistungen des Musikvereins offizielle Anerkennung der Stadt. Das Blechbläserensemble des Vereins wurde bereits 1989 mit dem Kulturpreis ausgezeichnet. Die Kulturpreisjury besteht aus zehn Personen: den sieben Mitgliedern des Ausschusses für Jugend, Soziales und Integration, dem Bürgermeister und zwei weiteren Mitgliedern des Magistrats. Sachkundige Bürger können zu den Beratungen hinzugezogen werden. Die Teilung des Preises ist nichts Neues. Der erste Kulturpreis der Stadt Rodgau ging 1979 sogar an fünf Preisträger: Arendje Muurling, Hannelore Reinert, Helma Schulz, Karl Müller und Egon Kottek.

(eh)

Quelle: op-online.de

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