Stadt stellt Ergebnisse der Käuferbefragung zu Wochenmärkten vor

Wohlfühlfaktor in Rodgau soll steigen

Den Standort in Nieder-Roden finden die Kunden des Marktes gut: Allerdings glauben manche der Marktbeschicker, eine andere Anordnung der Stände würde der Präsentation gut bekommen und zum Wohlfühlen beitragen. (c)Foto: Axel Häsler

Rodgau - An die 400 Kunden äußerten sich zwischen April und Juni zu ihrem Einkaufsverhalten auf den Wochenmärkten in Jügesheim und Nieder-Roden. Von Simone Weil 

Mit Unterstützung der Hochschule Darmstadt hat sich die Stadt Rodgau einen Überblick verschafft, welche Bedeutung die Märkte für die Einkäufer haben und was sie über das Angebot denken.

Im direkten Gespräch antworteten 231 Bürger, online äußerten sich weitere 163 Personen bei der Befragung, die der Weiterentwicklung der Märkte dienen soll: Wirtschaftsförderer Bernhard Schanze sieht in der Zahl der Beteiligten ein großes Interesse der Bürger und eine „Wertschätzung“ der Märkte. Er benannte das grundsätzliche Problem: Ähnlich wie beim Einzelhandel seien die Kundenzahlen an kleineren Standorten rückläufig, große Märkte wie in Offenbach und Frankfurt aber gefragt.

Die Einkäufer schätzen vor allem Qualität und regionale Produkte: allen voran Obst und Gemüse, gefolgt von Käse, Wurst, Fisch und Blumen. Die Befragung zeigt, dass zwei Drittel der Befragten mindestens alle zwei Wochen die Märkte besuchen.

Für beide Märkte gilt, dass sowohl Standort, Barrierefreiheit, Preis-Leistungs-Verhältnis als auch die Markttage und -zeiten positiv gesehen werden. Bei Aspekten wie Wohlfühlfaktor sowie den Parkplätzen für Autos und Fahrräder schneiden beide Standorte schlechter ab.

Groß allerdings wird das Gefälle beim Umfang des Angebots: Während der freitägliche Verkauf auf dem Puiseauxplatz in Nieder-Roden von 8 bis 13 Uhr mit bis zu 13 Ständen eine Auswahl bietet, bei der lediglich spezielle Dinge wie etwa Gewürze als fehlend eingestuft werden, ist die Bewertung für Jügesheim deutlich schlechter. Mit Blick auf die Attraktivität könne man bei den drei Anbietern in Jügesheim samstags von 8 bis 13 Uhr die Frage aufwerfen, ob der Name Markt noch gerechtfertigt sei, sagte Erster Stadtrat Michael Schüßler.

Mögliche kleine Schritte zur Verbesserung der Situation sieht Schanze darin, den Wohlfühlfaktor mit Sitzgelegenheiten und Stehtischen zu erhöhen. Im Gespräch mit den Marktbeschickern wurden Ideen entwickelt: Dazu könnten Koch- und Grillveranstaltungen gehören, die zwei- bis dreimal im Jahr als Attraktion weitere Besucher anlocken. Darüber hinaus ist an Hinweise auf die Märkte an den Ortseingängen sowie Informationen zu Parkmöglichkeiten per Handzettel gedacht. Eventuell könnten auch soziale Medien genutzt werden, glaubt der Wirtschaftsförderer. So würden jüngere Kunden angesprochen, denn derzeit sind drei Viertel der Befragten zwischen 40 und 80 Jahre alt.

Weitere Anregungen kamen von Gabriele Baier, die mit Gatte Giuseppe Pecere und Sohn Florian Baier seit mehr als 20 Jahren Obst und Gemüse in Nieder-Roden verkauft: „Wir machen das gerne und es macht uns Spaß“, sagte sie. Allerdings solle im Winter dafür gesorgt sein, dass die Beschicker nicht erst eine Stunde lang Schnee räumen müssten.

Darüber hinaus könnte ein attraktiverer Aufbau der Stände und Verkaufswagen ausprobiert werden. Die Marktbeschicker denken an eine kreisförmige Anordnung um den Brunnen herum. Sie sprachen sich allerdings gegen eine Ausweitung der Öffnungszeiten aus.

Leserbilder: Die schönsten Plätze in Rodgau

Quelle: op-online.de

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