Kunst mit Humor

Gerhard Cramer geht bei seinen Karikaturen mit Sorgfalt vor. Auch der umstrittene Bahnchef Hartmut Mehdorn bekommt natürlich sein Fett weg.Foto: May

Nieder-Roden - (fma) Was tun mit der freien Zeit, wenn durch Rente oder Altersteilzeit die Arbeit nicht mehr den Alltag bestimmt? Gerhard Cramer ist ein gutes Beispiel für ein erfülltes und ausgeglichenes Leben „nach dem Beruf“. Der 57-jährige Grafikdesigner befindet sich in der passiven Altersteilzeitphase, die er mit Zeichnen, kleineren Seminaren und Musik gut auszufüllen weiß.

Am auffälligsten sind seine Karikaturen, die er stets nach dem gleichen Schema erstellt: Ein prominenter Kopf erscheint in verzerrter Form mit einem zu ihm passenden Gegenstand anstatt eines Halses. Zu Beginn zeichnete Cramer wahllos Alltagsgegenstände wie Korken oder Löffel zu den Karikaturen, ohne einen besonderen Hintergedanken zu haben. „Aber dann kamen immer wieder Bekannte, die die wildesten Dinge herein interpretiert haben. Da habe ich mir gedacht: Dann suche ich mir eben gezielt zu den Promis passende Gegenstände“, erklärt der Künstler.

Und so präsentiert Cramer den neuen Wirtschaftsminister zu Guttenberg im Sog einer Sanduhr. Oder Barack Obama mit dem Kinn auf einem „V“ lehnend - eine Persiflage auf das berühmte Erfolgszeichen, das er mit seinen Fingern zu formen pflegt. „Ich habe schon in den 70-er Jahren während meines Studiums Karikaturen und Porträts gezeichnet“, erklärt der Künstler. Schon damals habe sich bei Zeichnungen von Willy Brandt oder Franz-Josef Strauß sein spezieller Stil herausgebildet. Viel verdient hat der Grafik-Designer freilich nicht damit. „Das war immer mehr ein Hobby, auch wenn ich auf Ausstellungen etwas verkauft habe“, sagt Cramer.

Zwischenzeitlich hatte Gerhard Cramer sein besonderes Hobby sogar aufgegeben. „Ich zeichne erst seit Anfang 2008 wieder regelmäßig“, sagt er. „Vorher war ich einfach zeitlich zu sehr in meinen Beruf eingespannt.“ Kein Wunder, denn der Karikaturist nimmt sich viel Zeit für seine Werke. „Von der Personenauswahl bis zum letzten Zeichenstrich vergeht in der Regel ein ganzer Tag“, sagt der Künstler.

Zu sehen sind Cramers Karikaturen auf seiner eigenen Homepage www.gerard-3005.com. Dort gibt es auch Informationen zu anderen Tätigkeitsfeldern des 57-Jährigen, wie etwa Malerei oder PC-Einstiegskurse.

Quelle: op-online.de

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