Kunst oder Abfall?

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Ein automobiles „Wohnzimmer“ mitten im Feld gibt Spaziergängern und Behörden Rätsel auf

Nieder-Roden ‐ Spaziergänger bleiben neugierig stehen, der Bauer äugt vom Traktor herüber: Was soll das? Auf einem schmalen Gartengrundstück mitten im Feld steht ein ausgehöhlter Kleinwagen auf einem Teppich. Der Antrieb ist ausgebaut, die Sitze sind durch einen breiten Polstersessel ersetzt. Von Ekkehard Wolf

Nebenan steht ein Klapptisch mit Stühlen, sogar an einen Eimer mit Klobürstenhalter ist gedacht. An einem Ast baumelt ein Stiefel im Wind. Mit dieser kunstvollen Installation am verlängerten Heusenstammer Weg hat sich jemand viel Arbeit gemacht. Doch was will uns der Künstler damit sagen? „Mein Auto ist mein Zuhause?“ oder: „Immer schön auf dem Teppich bleiben?“ Geht es gar um eine kritische Auseinandersetzung mit dem Luxus oder um das Ende der automobilen Mobilität? Das skurrile Ensemble lässt wohl niemanden kalt: Jeder macht sich seine Gedanken. Manche Menschen gehen lächelnd vorbei, andere schütteln den Kopf.

Das städtische Ordnungsamt reagiert mit der vollen Härte des Gesetzes. „Es handelt sich hierbei um eine illegale Abfallablagerung“, teilt die Stadt auf Anfrage unserer Zeitung mit. „Da der Verursacher nicht bekannt ist, wurde der Eigentümer des Grundstückes (…) aufgefordert, die Ablagerungen zu beseitigen.“ Die Behörde beruft sich auf das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz. Zu dumm, dass die Stadt diese Ordnungswidrigkeit nicht ahnden kann! Sie kennt den Verursacher nicht.

Quelle: op-online.de

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