Kunst des zeitlosen Augenblicks

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Neben den Protestsongs der 70-er Jahre interpretierte Björn Bürger auch die Balladen Rio Reisers aus dessen Zeit als Solokünstler.

Rodgau ‐ Ehre, wem Ehre gebührt, besonders dann, wenn es sich um eine Persönlichkeit handelt, die in Rodgau Spuren hinterlassen hat. Die Rede ist von Rio Reiser alias Ralph Christian Möbius, Pionier der deutschsprachigen Rockmusik und Sänger der Kultband „Ton, Steine, Scherben“. Von Astrid Spina

Der in seiner Kindheit und Jugend zeitweise in Nieder-Roden beheimatete Künstler ist 1996 mit nur 46 Jahren gestorben. Titel wie der „Rauch-Haus-Song“, „Macht kaputt, was euch kaputt macht“, „König von Deutschland“, „Junimond“ und viele mehr machen ihn unvergessen. Tiefe Spuren hat Reiser nicht zuletzt bei Björn Bürger hinterlassen, dem Rodgauer Kulturförderpreisträger und mehrfach ausgezeichneten Musiktalent mit einer verheißungsvollen Zukunft. Neben der Liebe zur klassischen Musik und dem Berufswunsch, Opernsänger zu werden, ist es vor allem die Musik Rio Reisers, die den 24jährigen Bürger begeistert und prägte.

Mit spielerischer Leichtigkeit

Am vergangenen Samstag hätte Reiser seinen 60. Geburtstag gefeiert. Für den Impuls-Kulturverein Anlass genug, diesen Tag mit einem Tribute-Konzert in der Aula der Georg-Büchner-Schule zu würdigen. Dafür gab es keinen Geeigneteren als Björn Bürger, der die Werke Reisers zum Besten gab, um dessen Andenken lebendig zu halten. Neben den schrillen sozialkritischen Protestsongs der 70-er Jahre gab Bürger auch den romantischen Liebesballaden Reisers viel Raum und interpretierte die Lieder eindrucksvoll mit dem Ausdruck seiner Persönlichkeit. Gesungene Worte und Klavierklänge verschmolzen zu einer Einheit, zu einer Kunst des zeitlosen Augenblicks.

Mit spielerischer Leichtigkeit glitten Bürgers Finger über die Tasten, mit Klängen, die seiner Stimme einen würdigen Rahmen verliehen. Von gedämpft bis kraftvoll, von klar bis rauchig, von bedächtig bis feurig, Björn Bürger präsentierte überzeugend die große Bandbreite seines gesanglichen Könnens. Darüber hinaus führte er sein Publikum humorvoll, unterhaltsam und ganz persönlich durch den Abend. Die Zuhörer im vollen Saal quittierten es mit ausgiebigem Beifall.

Nächste Rolle ist „König Argante“

Björn Bürger studiert seit gut zwei Jahren Operngesang bei Professor Berthold Possemeyer an der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. So erfolgreich er auch diesen klassischen Weg geht, so wichtig ist es Bürger dennoch, flexibel zu bleiben: „Mein Ziel ist es, Opernsänger zu werden“, sagt er, „doch darf man sich vor anderen Bereichen nicht verschließen.“ Diese Bereiche sind für Bürger neben der Klassik noch Musical, Pop und eben Deutsch-Rock. In seinem nächsten Auftritt wird Björn Bürger in der Rolle des „König Argante“ aus der Oper „Rinaldo“ am 24. Februar bei den Händel-Festspielen in Karlsruhe zu sehen und zu hören sein.

Quelle: op-online.de

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