Kurzarbeit zur Qualifizierung nutzen

Thomas-Oliver Petzold berät Firmen zur Qualifizierung in Kurzarbeit: 06106 8449-15.

Rodgau/Rödermark - (eh) Kurzarbeit schärft die Weitsicht von Unternehmern. Mit Hilfe der Arbeitsagentur und des EU-Sozialfonds investieren sie in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter.

„Wir wollen die Zeit positiv nutzen, damit wir gestärkt aus der Krise hervorgehen“, sagt Philipp Jansen, kaufmännischer Leiter der Schmoll Maschinen GmbH in Ober-Roden. Seit November sind drei Viertel der 180 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Jetzt beginnt ein Schulungsprogramm mit Business-Englisch, Arbeitsorganisation und einer umfangreichen internen Weiterbildung. 70 Prozent der Schulungskosten trägt der EU-Sozialfonds. Der Rest, ein fünfstelliger Betrag, bleibt an der Firma hängen.

Die Firma Schmoll baut Bohr- und Fräsmaschinen für die Leiterplattenindustrie, ist in Europa Marktführer und weltweit die Nummer zwei der Branche. Bereits Mitte letzten Jahres bekam das Unternehmen die Folgen der Finanzmarktkrise zu spüren: Wenn die weltweite Nachfrage nach Elektronikprodukten zurückgeht, kaufen die Hersteller keine neuen Maschinen mehr. An der Odenwaldstraße wurden zunächst Überstunden und Urlaubstage abgebaut, sogar Minusstunden eingefahren. Im Herbst sahen Geschäftsführung und Betriebsrat nur noch einen Weg, um Entlassungen zu vermeiden: Kurzarbeit.

Rund 20 weiteren Betrieben in Rodgau und Rödermark geht es ähnlich, wie Bernd Müller von der Agentur für Arbeit in Rodgau sagt. Der Geschäftsstellenleiter berichtet, in der Agentur Offenbach (zu der Rodgau gehört) hätten allein im März 84 Betriebe Kurzarbeit für 919 Personen angezeigt; im April seien mindestens weitere 54 Mitteilungen eingegangen.

Die Arbeitsagentur schaut dieser Entwicklung nicht zu, sondern wird aktiv. Thomas-Oliver Petzold nimmt Kontakt zu den Firmen auf und bietet Zuschüsse zur Qualifizierung der Mitarbeiter an. Form und Inhalte der Schulungen seien nicht festgelegt: „Da geht alles, was beruflich verwertbar ist.“ Die Entscheidung der Arbeitsagentur falle innerhalb von zwei Werktagen. Das bestätigt auch Philipp Jansen von der Schmoll Maschinen GmbH: „Ich bin baff, wie unbürokratisch Herr Petzold das durchgezogen hat. Für eine Behörde ist das eine gigantische Geschwindigkeit.“

Quelle: op-online.de

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