Sparschwein aus Nikolaus-Apotheke weg

Dreist! Ladendieb klaut Spendengelder

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Jügesheim - Ein Ladendieb hat in der Nikolaus-Apotheke ein rotes Sparschwein gestohlen. Darin befanden sich Spenden für den Verein „Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt“. Von Ekkehard Wolf

„Es ist wirklich eine bodenlose Frechheit“, schimpft Apotheker Rudolf Kern, „mir fehlen die Worte: Das ist einfach unverfroren.“ Das feuerrote Sparschwein gehörte seit langer Zeit zum Inventar. Es stand links auf der Theke neben Traubenzucker und Brausetabletten. Wann genau die „Wutz“ gestohlen wurde, kann Kern nicht sagen. Er vermutet aber, dass der Dieb am Samstag zuschlug. Der Verlust fiel auf, als eine Kundin das Sparschwein am Montagmorgen mit ihrem Wechselgeld füttern wollte.

Seit die Nikolaus-Apotheke besteht, also seit 1986, sammelt sie Spenden für den Verein „Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt“. Dem Inhaber ist das ein Herzensanliegen: „Uns geht es gut, aber die Kinder und ihre Familien brauchen jede Unterstützung.“ Über die medizinische Behandlung in der Uniklinik hinaus habe der Verein schon viel bewirkt - von der Ausstattung der Kinderkrebsstation bis zum Bau eines Familienzentrums in der Nähe, wo die Eltern während der Therapie wohnen können. Auch Besuche der Clowndoktoren, die TV-Übertragung des Schulunterrichts bis ans Krankenbett und zwei Ferienwohnungen an der Ostsee für betroffene Familien hat der Verein schon finanziert. Viele Spenden aus Rodgau haben dazu beigetragen.

„Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt“

Noch bevor er seine eigene Apotheke eröffnete, kam Rudolf Kern erstmals mit dem Frankfurter Verein in Kontakt. Damals versorgte er einen leukämiekranken Dreijährigen mit Medikamenten: „Jetzt ist er über 30, verheiratet und hat zwei Kinder.“ Nicht alle krebskranken Kinder, die Rudolf Kern seither als Apotheker betreute, überlebten ihre Krankheit. Aber jedes Einzelschicksal berührte ihn: „Man erlebt ja die Höhen und Tiefen mit.“

Viele Kunden der Nikolaus-Apotheke füttern das Sparschwein regelmäßig. Die „Wutz“ ist nicht wählerisch: Ob Centmünze oder Schein, ihr ist alles recht. Zwei Mal im Jahr leert Rudolf Kern das Sparschwein und überweist den Inhalt nach Frankfurt: „Wenn es voll ist, sind 500 bis 600 Euro drin.“ Vor dem Diebstahl war das rote Tier etwa halb voll.

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Quelle: op-online.de

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