Serie: Läufer gewinnen mit dem Kopf

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Für Dirk und Liane Jenschur ist Laufen mehr als nur ein Hobby.

Rodgau - (pul) Gemütliches Laufen mit sympathischen Mitmenschen steht beim Rodgau-Lauftreff (RLT) ganz oben auf der Prioritätenliste. So mancher Sportler hat sich dabei im Laufe der Jahre eine Fitness angeeignet, die ihn zu Höherem befähigt: So stehen nicht nur Gelegenheits-, sondern auch Marathonläufer in den Reihen des Vereins.

Der RLT und unsere Zeitung haben in den vergangenen Wochen Läufer und ihre Begeisterung für ihren Sport vorgestellt. Und wir veröffentlichten deren Lauf-Empfehlung als Anreiz für Anfänger. Mit diesem Bericht beenden wir die Serie.

Sportlich war Dirk Jenschur (42) schon immer. Beim TSV Dudenhofen schnürte er elf Jahre die Fußballstiefel und mit der Sportvereinigung Weiskirchen kickte er zwei Jahre in der Landesliga. Seine Ehefrau Liane hat keinen Umweg über den Fußballplatz eingelegt. Inzwischen hat die Mutter zweier Kinder ihre persönliche Bestzeit beim Halbmarathon auf 1.45:28 geschraubt; im Oktober wartet der erste Marathon auf die 41-Jährige, mit dem Ziel, unter vier Stunden zu bleiben.

Vier Mal die Woche schwitzen die beiden zwischen Naherholungsgebiet Gänsbrüh, Herbert-Klee-Weg und Rotsohl entlang der Strecke, die der RLT seit Jahren für seinen Ultra-Marathon nutzt.

Vier Mal die Woche schwitzen die beiden zwischen Naherholungsgebiet Gänsbrüh, Herbert-Klee-Weg und Rotsohl entlang der Strecke, die der RLT seit Jahren für seinen Ultra-Marathon nutzt. Zwischen zehn und 25 Kilometer müssen sie die Füße dabei tragen. Vor sieben Jahren schlüpfte Liane Jenschur erstmals in ihre Laufschuhe: „Damals bin ich täglich einen Kilometer gelaufen - 500 Meter weg vom Haus und wieder zurück“. Für diese Distanz hat sie heute nur noch ein müdes Lächeln übrig. Und was motiviert die beiden zum regelmäßigen Training? Liane Jenschur: „Man bleibt gesund, fit, schlank und kann essen und trinken so viel man will“. Den positiven Effekt des Laufens für den Körper kennt natürlich auch Dr. Hubert Kremer, Obmann der Rodgauer Ärzte für die ärztliche Notdienstzentrale. „Der Herzmuskel und die Muskulatur im Allgemeinen werden besser durchblutet, das Herz-Kreislaufsystem wird belastet, gestärkt und dadurch ausdauernder. Der Stoffwechsel wird gestärkt und somit gesünder, der Körper baut Fett und Zucker ab“.

Wer im Alter von 70 Jahren mit dem Sport beginnen will, der sollte zuvor eine eingehende Herz-Kreislauf-Untersuchung in Anspruch nehmen, empfiehlt der Internist. Selbst für einen 40-Jährigen ist dies empfehlenswert, sofern er in Bezug auf den Sport bisher auf der faulen Haut gelegen hat. „Langsam anfangen, etappenweise laufen“ ist die dringende Empfehlung von Dr. Kremer.

Ob aus einem Anfänger in einigen Jahren ein Marathonläufer wird, hängt in erster Linie von der Eigenmotivation ab. Dirk Jenschur weiß, wie diese aufzubauen ist, schließlich bewältigte er in 2008 drei Mal die 42-Kilometer-Distanz bei einer Bestleistung von 3.06:07: „Man setzt sich eine Endzeit, hat seinen Kilometerschnitt im Kopf. Es wird permanent gerechnet und kontrolliert“. Und ganz wichtig: „Ich muss mir Feindbilder schaffen. Den da vorne hole ich mir, wenn ich meine Zeit laufen will.“

Die ersten 20 Kilometer dürfen Dirk Jenschur dabei gar nicht belasten, denn erst etwa bei Kilometer 32 beginnt der Wettkampf so richtig, dann heißt es beißen, den „Marathon-Tod“ überwinden.

Acht bis zehn Wochen vor dem Startschuss erhöhen die beiden Dudenhöfer das Training auf 100 wöchentliche Kilometer und futtern sich einige Tage zuvor mit Vollkornbrot und Nudeln ein ganz dickes Kohlehydrat-Polster an.

Und noch eine guten Tipp hat Liane Jenschur: Sie schwört auf Schüssler-Salze. Billige Brausetabletten kommen bei ihr nicht in den Einkaufswagen. „Es muss schon Qualität sein“.

Quelle: op-online.de

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