Laienspielgruppe Nieder-Roden

Jetzt ist Zeit für den Feinschliff

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An die neuen Frisuren müssen sich die Schauspieler erst einmal gewöhnen.

Nieder-Roden - „Neurosige Zeiten“ verspricht die Laienspielgruppe Nieder-Roden 1991 ihrem Publikum, wenn sich am Wochenende 17. und 18. März im Bürgerhaus Nieder-Roden der Vorhang hebt. Doch für die Aufführungen muss noch eifrig geprobt werden.

„Wir proben seit Ende November im Schnitt zwei Mal in der Woche, aber erst seit Mitte Februar sind die Textbücher nicht mehr auf der Bühne zu sehen. Jetzt beginnt das Feintuning“ berichtet Benjamin Mulligan, erster Vorsitzender und Regisseur. Das sei gar nicht so einfach sagen auch die Schauspieler, die teilweise direkt von der Arbeit in Alzey zur Probe erscheinen und denen wenig Zeit zum Textlernen bleibt. „Aber spätestens zu unserem traditionellen Probewochenende sind alle textlich auf dem gleichen Stand und wir können zu Echt-Bedingungen einige Male das Stück durchspielen“, berichtet Mulligan weiter.

Neben dem intensiven Proben sind aber auch existenzielle Fragen zu klären, zu dem das Zitat der Rolle Willi bestens passt: „Soll ich lieber die roten oder die grünen Socken anziehen?“ Bekleidung wird zusammengestellt, Perücken kommen zum ersten Mal zum Einsatz und auch letzte Bastelarbeiten für Requisiten werden erledigt. „Daran muss ich mich erst mal gewöhnen...“, meint Brigitte Großklaus, die zum ersten Mal auf der Rodgauer Bühne steht und von Friseurin Sabine Jaekel eine neue Frisur verpasst bekommt. Neben ihr sind auch das „Eigengewächs“ Tamara Wodarz sowie Andreas Kurt erstmalig als Schauspieler zu sehen.

Als dann endlich alle Fragen geklärt sind, kehrt langsam konzentrierte Stille ein und für die nächsten eineinhalb Stunden wird aus dem Sozialzentrum Nieder-Roden die offene Wohngruppe der „Psychiatrie Rodgau“.

Dort lebt die sexsüchtige Agnes (Susanne Kunz-Mulligan) gemeinsam mit dem zwangsneurotischen Hans (Stefan Wodarz), der Stalkerin Marianne (Tamara Wodarz) und dem soziophoben Willi (Walter Gerschner). Alles scheint wie immer, doch als Agnes Mutter Cécile (Heide Hollenbach) zu Besuch kommt, gerät der Alltag aus den Fugen. Was passiert, wenn dazu noch eine aufgedrehte Tupperberaterin (Anette Pfeiffer-Klärle) und der Musikstar Harald Hammer (Roland Lenz) auftauchen, kann man sich denken.

Erst als die Souffleuse Sabine Schulz zum ersten Mal den Text vorsagen muss, wird man wieder auf den Boden der Tatsachen geholt und alle freuen sich, dass es „nur“ eine Probe ist und sich erst in gut drei Wochen der Vorhang heben wird.

Eintrittskarten im Vorverkauf für die Aufführungen am Samstag, 17. März, um 19.30 Uhr und am Sonntag, 18. März, um 16 Uhr sind erhältlich bei Ute Spahn (Tel.:  06106/771344) und bei Gartenstadt Bücher. (siw)

Quelle: op-online.de

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