Serien.Lighting aus Rodgau wird 30 Jahre alt

Lampen werden zu Skulpturen

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Manfred Wolf (links) und Jean-Marc da Costa haben vor bald 30 Jahren das Unternehmen Serien.Lighting in Rodgau gegründet.

Rodgau - Die Leuchte ist ein wichtiger Teil der Einrichtung. Exklusive Produkte kommen von der Firma Serien. Lighting aus Rodgau. Von Marc Kuhn 

Licht leben, so lautet das vielsagende Motto des Leuchtenherstellers Serien.Lighting aus Rodgau. „Mit Licht verhält es sich so wie mit Parfum: Richtig gut ist es dann, wenn es seinen Zweck bereits erfüllt hat, bevor es auffällt“, sagt Jean-Marc da Costa. „Unser Kernthema ist die Lichtqualität“, fügt sein Verkaufsleiter Oliver Buhr hinzu. „Verpackt in eine sexy Materialität.“ Buhr: „Wir nehmen uns die Zeit, die eine gute Entwicklung braucht.“ Anfang nächsten Jahres ist es 30 Jahre her, dass da Costa mit seinem Freund Manfred Wolf Serien.Lighting gegründet hat. Beide hatten sich an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach kennengelernt und dort ihre ersten Lampen designt. „Nach 30 Jahren haben wir ein sicheres Gefühl für Produkte, die am Markt einen Bedarf haben“, berichtet Geschäftsführer da Costa. „Die Leute sollen rote Ohren bekommen, weil sie die Lampen ansprechen.“

Das Rodgauer Unternehmen ist mit zahlreichen Designpreisen ausgezeichnet worden. Mit 35 Mitarbeitern, Händlern in der ganzen Welt und einem Netz von Designern, das von Berlin bis nach Tel Aviv reicht, versteht sich die Firma als „Impulsgeber im internationalen Lichtdesign“. Kernmärkte seien Deutschland, Österreich, die Schweiz und die Benelux-Staaten, erläutert Buhr. Die meisten Leuchten werden von da Costa und Wolf entworfen. Auch bei eingereichten Vorschlägen nehmen sie das finale Design vor, wie Unternehmenssprecherin Helga Wiegel sagt. Hergestellt werden die Leuchten in der Daimlerstraße in Rodgau. An der Produktion sind auch die Hainbachtal Behinderten-Werkstätten beteiligt. Verkauft werden die Leuchten über den gehobenen Fachhandel. In der näheren Umgebung werden sie bei Kontrast und dem Lichtcenter in Frankfurt sowie bei Dlight und Overdick in Neu-Isenburg angeboten. In einem separaten Teil der Geschäfte kann jeweils ein Teil der Produkte bestaunt werden. „Die Kunden wollen das Material anfassen“, sagt Buhr. Die verschiedenen Ausführungen der Leuchten können im Katalog oder in Displays angeschaut werden.

Einzelnen Teile werden vom VDE-Institut getestet

Die Leuchten werden dann aus Komponenten von Zulieferern hergestellt. Das Unternehmen ist nach den Worten von Buhr dafür verantwortlich, dass die einzelnen Teile zusammenpassen, eine gesetzliche Normierung gibt es nicht. Deshalb lasse Serien.Lighting sie beim VDE-Institut in Offenbach testen. Von einer super Zusammenarbeit spricht Buhr. Hunderte Leuchten hat Serien.Lighting im Angebot. Annex, Reef oder Club - 18 Produktfamilien gibt es. Eine Leuchte wird in verschiedenen Ausführungen verkauft - als Decken-, Steh-, Tisch- und Wandleuchte. Eines ist ihnen aber gemeinsam: ihr schlichtes und funktionales Design. „Unsere Leuchten sind nicht kitschig, sie sind zeitlos“, erklärt Buhr. Ein Deckenventilator zum Beispiel sieht aus wie eine Schiffsschraube. In der Mitte leuchtet es. Der Stoff lässt sich abnehmen und waschen. Mit einer Fernbedienung kann der Ventilator über mehrere Stufen geregelt werden - nach oben und unten wirbelt die Luft. Wer Poppy anschaltet, staunt nicht schlecht. Langsam dehnen sich die Plättchen in der Mitte aus, wie bei einer aufgehenden Blume - das Bimetall reagiert auf die Wärme. Wird Poppy ausgeschaltet, schließt sich die „Blume“ wieder. Neben Glas und Metall werden auch ausgefallene Materialien wie Keramikschaum verwendet. Die Leuchtenschirme können in der Spülmaschine gereinigt werden.

Serien.Lighting bietet auch Sonderanfertigungen an. „Individuelle Leuchtlösungen werden teils zusammen mit Künstlern für große Unternehmen geschaffen“, berichtet Buhr. Und sakrale Bauten wie eine Synagoge in den USA sind schon beleuchtet worden. „Das ist eine absolute Nische.“ Von einem harten Wettbewerb in der Branche sprechen da Costa und Buhr. Wegen des Siegeszugs der LED-Leuchten sei die Industrie im Umbruch, erläutert der Verkaufsleiter. Sie würden neue Möglichkeiten eröffnen, sagt da Costa. Sein Unternehmen habe sich in den vergangenen zehn Jahren rasant entwickelt und erwirtschaftet mittlerweile einen Umsatz in Höhe von sechs Millionen Euro im Jahr. Trotzdem sagt da Costa: „Wir haben eine relativ schwierige Zeit hinter uns.“

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Wegen des schnellen Wachstums mussten sich die kreativen Köpfe auch um viele administrative Aufgaben kümmern. Mittlerweile sei eine kaufmännische Beratung engagiert worden. „Wir wollen wieder verstärkt zurück zur Werkbank“, sagt der Designer. Konsequenterweise kommen zum 30. Geburtstag drei neue Produktfamilien auf den Markt.

Quelle: op-online.de

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