Respekt gehört zum Sport dazu

Landessportbund zeichnet SG Nieder-Roden aus

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Respekt auf dem Sportplatz ist für die SG Nieder-Roden ein ebenso großes Thema wie die Integration geflüchteter Menschen. Das Foto von 2015 zeigt den Iraner Ali Haddadi Sahri inmitten der damaligen 1. Fußballmannschaft. Der Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft an der Borsigstraße fand schnell Anschluss im Verein.

Nieder-Roden - Für ihr Bemühen um Respekt im Sport hat die SG Nieder-Roden (SGN) jetzt eine Auszeichnung des Landessportbundes Hessen und eine Anerkennungsprämie von 400 Euro erhalten.

Unter der Überschrift „Sportvereine leben Respekt“ zeichnete die Dachorganisation 24 Vereine aus, einen aus jedem Sportkreis. Die SGN hatte sich als einziger Rodgauer Sportverein beworben. „Wir hatten mehrere Vereine angesprochen“, sagt Erwin Kneißl, der Integrationsbeauftragte des Sportkreises Offenbach. Dass die Wahl des Sportkreises auf die Nieder-Röder fiel, begründet er so: „Die SGN hat am meisten Erfahrung mit Respekt auf dem Sportplatz.“ Um die Integration machten sich auch andere Vereine verdient. Diesmal sei es aber in erster Linie um das Klima auf den Sportstätten gegangen.

Die gegenseitige Achtung im Sport sei seinem Verein sehr wichtig, sagt SGN-Präsident Karl-Heinz Kohls. Respekt sei nicht nur innerhalb des Vereins wichtig, sondern auch gegenüber den anderen Spielern auf dem Platz. Dies gelte auch dann, „wenn der Gegner angefangen hat“.

Vorgaben für ein respektvolles Miteinander vermittelte der Vorstand in zwei Mannschaftssitzungen mit den Fußballern. Eine vereinsinterne Prüfung in den letzten drei Jahren hatte ergeben, dass dort „der Respekt im sportlichen Bereich gelegentlich gelitten hatte“, wie das Präsidium des Vereins in einer Vorlage an den Sportkreis formulierte. Die Maßnahme habe zu dem erwünschten Ergebnis geführt.

In dem 1130 Mitglieder starken Verein bestehe eine Kultur des Respekts, des Vertrauens und der Anerkennung ehrenamtlicher Arbeit auf allen Ebenen“, betont das Präsidium weiter. Zudem bemühe sich die SG Nieder-Roden intensiv um die Integration von Menschen aus anderen Ländern. Alle Sparten haben in den letzten Jahren zahlreiche Geflüchtete aufgenommen. Ein Paradebeispiel ist Ali Haddadi Sahri, der nach seiner Flucht aus dem Iran in einer Gemeinschaftsunterkunft an der Borsigstraße landete. Der Fußballer fand Anschluss bei der SGN und spielte bald darauf in der ersten Mannschaft. Das war 2015. Seit er in eine Offenbacher Unterkunft verlegt wurde, spielt er dort in einem Verein.

SG Nieder-Roden macht die Meisterschaft perfekt

Die SG Nieder-Roden nimmt Neuankömmlinge aus anderen Ländern nicht nur als Mitglieder auf. Seit dreieinhalb Jahren vermietet der Verein seine Pächterwohnung an eine siebenköpfige Familie aus Afghanistan, von der drei Kinder im Verein aktiv sind. Mitglieder erteilen bei Bedarf Deutschunterricht, helfen beim Kontakt mit Behörden oder stellen die benötigte Sportausstattung zu Verfügung. Eine Vereinsolympiade macht es leicht, auch andere Sportarten kennenzulernen.

Sportvereine seien Wichtig zur Vermittlung gesellschaftlicher Werte, sagte die hessische Justizministerin Eva Kühne-Hörmann bei der Feier des Landessportbundes: „Faires und gutes Miteinander, Teamfähigkeit und Respekt sind nicht nur im Sport, sondern auch im täglichen Miteinander unverzichtbar.“ -  eh

Quelle: op-online.de

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