Klarer Wahlsieger Frank Lortz

Kunert würde wieder antreten

+
So eifrig wurden im Rathaus in Jügesheim die Stimmen gezählt.

Rodgau - Rodgau ist ein besonders krasses Beispiel für den generellen Absturz der FDP auf Landes- und Bundesebene. Der FDP-Kreisvorsitzende René Rock holte bei der Landtagswahl nur noch 502 Erststimmen in der größten Stadt des Kreises Offenbach.

Ausgerechnet sein früherer Parteikollege, Dr. Robert Rankl, schaffte quasi aus dem Stand für die Euroskeptiker von der AfD mehr als doppelt so viele Stimmen: 1096.

Erst am 18. Mai hatte sich der AfD-Kreisverband Offenbach-Land gegründet. Wenige Monate Wahlkampf reichten aus, um die seit Jahrzehnten etablierte FDP zumindest auf dem Papier zu deklassieren. Rankl erreichte mit der AfD bei der Landtagswahl in Rodgau 4,6 Prozent der Erststimmen, die FDP noch 2,1 Prozent. Das waren für die Liberalen 9,6 Prozent Minus gegenüber der Landtagswahl 2009. Ein Desaster. Bundesweit waren am vergangenen Wahlabend 450 000 ehemalige FDP-Wähler zur AfD übergelaufen.

AfD-Kreissprecher Rankl war sieben Jahre Mitglied der FDP in Rodgau, arbeitete im Kreisvorstand mit und stützte 2009 das Wahlkampfteam des Bundestagsabgeordneten Dr. Heinrich Kolb (Babenhausen). „Die Liberalen haben auf Landes- und Bundesebene ihre Versprechen aber nicht gehalten. Deshalb bin ich ausgetreten“, sagte Rankl gestern gegenüber unserer Zeitung. Er freut sich schon auf die Europawahl im Sommer 2014. „Dann wollen wir ein noch besseres Ergebnis erzielen.“

Alles zur Hessenwahl lesen Sie hier

Klarer Wahlsieger ist jedoch die CDU mit Frank Lortz. Das stärkste Ergebnis holte der Landtagsvizepräsident in Weiskirchen mit 48,7 Prozent der Erststimmen, in Hainhausen mit 41,1 Prozent das schlechteste (inklusive Briefwahl). SPD-Herausforderer Ralf Kunert zog in seinem Heimatort Hainhausen mit 35,9 Prozent der Erststimmen am besten. Dort konnte er Lortz sogar das einzige Mal ein Wahllokal mit einer Stimme Vorsprung abjagen. In der Kita 7 an der Robert-Koch-Straße ging es am Ende 217 zu 216 Stimmen für Kunert aus. Mit 31,1 Prozent der Erststimmen, die dem Kandidaten selbst gelten, übertraf Kunert das Rodgauer Zweitstimmenergebnis der SPD um 3,7 Prozent. „Das freut mich besonders“, sagte er gestern. Nun könne er sich durchaus vorstellen, erneut als Landtagskandidat für die Genossen ins Rennen zu gehen. Natürlich vorbehaltlich eines Mandats dafür.

„Ich bin keine Eintagsfliege“, umriss der SPD-Fraktionsvorsitzende seine Ambitionen. Jetzt folgen nach einem anstrengenden und zeitraubenden Wahlkampf aber zunächst einmal die „Wiedereingliederung in die Familie“ und natürlich die Arbeit als Fraktionsvorsitzender. Generell habe die SPD „viel Vertrauen wiedergewonnen“.

Frust und Freude: Die Hessenwahl in Bildern

Freude und Frust - Hessenwahl in Bildern

Im Tagesgeschäft - dem Magistrat - war gestern schon wieder Werner Kremeier, Landtagskandidat der Grünen und ehrenamtlicher Rodgauer Sport- und Kulturdezernent. Seine 2,8 Prozent Verluste bei der Erststimme gegenüber der Landtagswahl von 2009 interpretierte er als „normale Schwankungsbreite aufs Land bezogen“. Gefreut habe ihn besonders die um 13 Prozent höhere Wahlbeteiligung gegenüber 2009. Am besten schnitten die Grünen im Stadtteil Jügesheim ab, am schlechtesten in Weiskirchen. Es gab 31804 Wahlberechtigte und 700 ungültige Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 77 Prozent. 

Frust und Freude bei Wahlparty in Offenbach

bp

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare