Tummelplatz für Bienen

Landwirt schafft auf seinem Acker ein Insekten-Paradies

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Noch sind es nur unscheinbare Samenkörner, aber bald schon werden daraus prächtige Pflanzen von Gelbsenf, Ramtillkraut und Sommerraps. Erst am Montag legte Landwirt Stefan Raab in Jügesheim ein weiteres Feld mit insektenfreundlichem Gründünger an. -  Fotos:

Jügesheim - Spaziergänger staunen entzückt, Radfahrer halten an und pflücken gut gelaunt Blumen, Gassigeher mit Hunden schießen freudig Fotos: Landwirt Stefan Raab hat mit ein paar Händen voll Blumen- samen auf seinem Acker einen echten Hingucker geschaffen: eine farbenfrohe Blumenwiese.

Nicht nur schön fürs Auge, sondern auch überlebenswichtig für Insekten: die Blühwiese von Landwirt Stefan Raab.

Wo sonst Mais in monotonem Grün wächst, blüht es derzeit farbenfroh. Landwirt Stefan Raab hat nahe seinem Waldhof unweit der Baumschule Schüler ein Paradies für Insekten geschaffen. Statt den Randstreifen seines Ackers neben einem Asphaltweg – wie üblich – einfach umzupflügen, hat er auf 40 mal zwei Meter ein prächtiges Band Sommerblumen gesät. „Die Samenmischung hatte ich noch übrig. Da dachte ich: probier’s mal.“ Von Hand brachte der Bauer den Samen aus. Das Ergebnis ist prächtig und erntet viel Aufmerksamkeit, denn Spaziergänger oder Radfahrer erwarten eine solch bunte Vielfalt im freien Feld heutzutage nicht mehr. Hinter dem Streifen von Cosmea, Wicken, Mädchenauge, Mohn, Tagetes und niedrigen Sonnenblumen wächst ein ganzes Feld von Bienenweide und Ramtillkraut, das fast wie Tabak aussieht. Auch diese Fläche hat Raab bewusst so und nicht anders angelegt: als Tummelplatz und Nahrungsquelle für Insekten.

Die Aktion passt gut zur aktuellen Initiative der Gärtnereien Fischer und Wolf in Dudenhofen. Bernd und Ralf Fischer und ihr Kollege Joachim Wolf nehmen Teil an der landesweiten Aktion „Bienenfreundliches Hessen“. Sie weisen ihre Kunden derzeit ganz besonders darauf hin, wie wichtig es ist, im Garten bienenfreundliche Pflanzen zu haben. Die Bienenweide und das Ramtillkraut bei Raab dienen auch als Gründünger. Die Pflanzen fallen beim ersten Frost zusammen, binden zuvor aber Nährstoffe und Stickstoff. Nächstes Frühjahr werden sie untergepflügt.

Bauernregeln auf dem Prüfstand: Bilder

Um Blühflächen wie jene bei Raab geht es übrigens auch der hessischen Umweltministerin Priska Hinz bei ihrem Besuch in Rodgau. Sie wird sich am Samstag von 14.30 bis 15.30 an der Marburger Straße eine von der Stadt angelegte Blühwiese anschauen und Bürgern zum Gespräch bereitstehen. Treffpunkt ist der Spielplatz im Karl-Herrmann-Flach-Weg. Die Grünfläche südwestlich der Marburger Straße ist ein Ausgleich für die angrenzende Neubebauung und mithin ein Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt. Davon profitieren auch Honigbienen und andere Nektar sammelnde Insekten. (bp)

Quelle: op-online.de

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