Landwirte fühlen sich übergangen

Dudenhofen (bp) ‐ Landwirte wünschen sich eine stärkere Beteiligung bei der naturnahen Gestaltung einst begradigter Bäche. Von solchen Renaturierungen sind häufig landwirtschaftliche Nutzflächen berührt.

„Wir haben oft gute Ideen und würden uns gerne mehr in die Planungen einbringen“, sagte ein Bauer bei einer Info-Veranstaltung in Dudenhofen. In Rodgau wird derzeit die Rodgau bei Hainhausen renaturiert (wir berichteten). In einem bereits naturnah gestalteten Abschnitt des Bachs in Weiskirchen hatte unlängst ein Landwirt den Damm eines Bibers beseitigt. In Dudenhofen, nördlich der Opelstraße, rollen die Bagger an der Rodau noch an. Seit 2004 sind in Rodgau acht solcher Maßnahmen vorgesehen, fünf sind fertig. Zwei weitere (in den Rollwaldwiesen) stecken wegen Grundstücksfragen fest. Es gebe „Interessenkonflikte mit der Landwirtschaft“, berichtete Stadtrat Michael Schüßler (FDP) am Montag im Parlament.

Das Regierungspräsidium Darmstadt hat für den östlichen Teil des Kreises Offenbach den Zweckverband Stadt und Kreis Offenbach (ZWO) mit der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie im Grundwasserbereich beauftragt. Das Projekt soll mit einem flächendeckenden, gewässerschonenden Beratungskonzept eine Verringerung der Nitratbelastung im Grundwasser erzielen. Der ZWO kann bereits seit 1994 auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Landwirten in den Wasserschutzgebieten der Untermainebene zurückblicken.

Bei der Infoveranstaltung in Dudenhofen trafen sich Landwirte, landwirtschaftliche Berater, Vertreter von Behörden und Bauernverband, um über Maßnahmen zur Umsetzung der EU-Richtlinie sowie über weitere Versuche zu diskutieren. Kritisch äußerten sich die Landwirte hinsichtlich der dargestellten Belastungspotenziale. Sie forderten mehr Informationen, wieso eine Gemarkung ein bestimmtes Belastungspotenzial hat und eine bessere Abstimmung entsprechender Gegenmaßnahmen auf die örtlichen Voraussetzungen. Die angebotenen Maßnahmen, wie etwa Unterstützung bei der Düngebedarfsermittlung, Berechnung von Nährstoffbilanzen, Grundnährstoffuntersuchungen sowie Beratung zum Zwischenfruchtanbau sind für die Landwirte freiwillig und werden gerne angenommen.

Quelle: op-online.de

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