Zu Fuß zur Freiherr-vom-Stein-Schule

Laufbus statt Mama-Taxi

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Der Laufbus kommt: Auch auf dem schmalen Gehweg an der Bleichstraße gehen die Schüler zu zweit nebeneinander. Eine ältere Anwohnerin bleibt stehen, damit sie sicher vorbeikommen.

Dudenhofen -  Vier neue Schulbuslinien sind jeden Morgen in Dudenhofen unterwegs. Das Besondere daran: Der Bus fährt nicht, sondern er läuft. Von Ekkehard Wolf

Der Laufbus macht Spaß, sorgt für Bewegung und macht so manches Mama-Taxi überflüssig. Die Idee ist einfach: Entlang der Schulwege sind Haltestellen markiert, an denen sich die Kinder morgens zu festen Zeiten treffen. Gemeinsam gehen sie dann zur Schule. So geht niemand verloren und alle kommen pünktlich an.

„Es läuft gut, ich bin angenehm überrascht“, sagt Anke Dick-Follmann, die Elternbeiratsvorsitzende der Freiherr-vom-Stein-Schule. Der Schulelternbeirat hat den Laufbus organisiert. Eltern mit Warnwesten führten die Gruppen in den ersten beiden Wochen zur Schule. Nun hat sich das Angebot so stabilisiert, dass die Gruppen allein gehen können.

Rektorin Alexandra Breitbach hatte die Idee im Frühjahr nach Dudenhofen gebracht. Sie berichtete von guten Erfahrungen in Dieburg. Schulleitung und Elternbeirat arbeiteten gemeinsam die Routen aus. Die offiziellen Schulwegpläne waren dabei hilfreich. Die Haltestellen wurden mit der Stadt abgestimmt.

Bilder: Einschulung 2017 in Rodgau

Aus allen Himmelsrichtungen bewegen sich die Laufbusse morgens zur Schule. Die Westlinie hat den weitesten Weg und die meisten Kinder, schließlich startet sie im Saalburgring. Die Nord-, Süd- und Ostlinie legen kürzere Strecken zurück. Ein Grafikdesigner aus dem Elternbeirat hat die Haltestellenschilder entworfen. „Zu den Herbstferien wird es richtige Metallschilder geben“, kündigt Anke Dick-Follmann an: „Bis dahin wissen wir, ob das mit den Zeiten klappt.“

Vom 18. bis 22. September will sich die Freiherr-vom-Stein-Schule an der Aktionswoche „Zu Fuß zur Schule“ beteiligen: „Dann wollen wir messen, wie viele Kinder zu Fuß in die Schule kommen“, sagt die Elternbeirätin. Der Schulbus auf Füßen hat viele Vorteile: Die Kinder bewegen sich, können sich unterwegs unterhalten und gewinnen an Selbstständigkeit. Ältere Schüler übernehmen Verantwortung für jüngere. Und alle lernen, dass man nicht jeden Weg per Auto zurücklegen muss.

Bilder: Einschulung 2016 in Rodgau

Quelle: op-online.de

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