Das Leben ist Theater

+
2004 erhielt Tanja Garlt den Kulturpreis der Stadt Rodgau. Nun würdigt auch der Kreis Offenbach die Arbeit der Regisseurin aus Jügesheim. Sie wurde mit dem Kreis-Kulturpreis ausgezeichnet. Der Termin für die offizielle Preisübergabe steht noch nicht fest. Ihre Arbeit führt Tanja Garlt inzwischen auf große Bühnen nach Frankfurt und Bad-Homburg. Angefangen hat sie mit Theater in der Oberstufe Dudenhofen.

Rodgau - (bp) Erstmals geht der Kulturpreis des Kreises Offenbach nach Rodgau. Die Jury hat die Jügesheimer Regisseurin Tanja Garlt zur Preisträgerin gemacht.

Rodgauer kennen die 36-Jährige aus ihrer Arbeit mit diversen Theatergruppen („Bühnenreif“, TGS Jügesheim und „MomentMal“ an der Oberstufe in Dudenhofen). Hauptwirkungsfeld ist seit mehr als zehn Jahren aber die Bühne der Kulturinitiative „Maximal“ an der Stettiner Straße in Jügesheim. Regie führt Tanja Garlt inzwischen auch am renommierten satirischen Theater „Die Schmiere“ in Frankfurt und bei den Hofspielen Bad-Homburg („RaRa-Theater“). Der Kreis vergibt den Kulturpreis seit 1978 alle zwei Jahre. Er ist mit 3 070 Euro dotiert. Wir sprachen mit der Preisträgerin.

Wie fühlt man sich als Kreis-Kulturpreisträgerin?

Ich bin überglücklich und dankbar. Das ist eine sehr große Ehre für mich.

Wem und was haben Sie den Preis zu verdanken?

Zu nennen ist auf jeden Fall Klaus Teßnow vom Theater „Die Schmiere“. Er hat mein Talent früh entdeckt und mich gefördert. Dann natürlich Karlheinz Schmück, mit dem ich über zehn Jahre lang die Theater-AG an der Oberstufe in Dudenhofen geleitet habe, Lothar Mark, der immer ein offenes Ohr und gute Ratschläge für mich hat. Dann ist da noch Gitte Gundling, meine Sprech- und Stimmlehrerin. Und, ganz wichtig: die ganzen Schauspieler, mit denen ich zusammenarbeite. Sie machen mit Herzblut und Engagement meine Arbeit und Inszenierungen erst möglich.

Wie sind Sie zur Theaterarbeit gekommen?

Ich wurde angesprochen, ob ich die Theater-AG an der Oberstufe in Dudenhofen mit Karlheinz Schmück weiterführen möchte. Das war der Anfang. Und der ist jetzt 15 Jahre her. So bin ich zur Theaterarbeit gekommen.

Kann man davon leben?

Seit drei Jahren schon. Das ist toll und ich bin sehr dankbar dafür. Lange Jahre hatte ich aber zwei Nebenjobs.

Was wünschen Sie sich für Ihre Arbeit in Rodgau. Und wo klemmt‘s in Sachen Theater in Ihrer Heimatstadt?

Weiterhin ein solch offenes Publikum. Und gerne noch mehr davon. Und eine Bühne, die ich komplett vier Wochen lang belegen könnte, ohne Kompromisse. Wobei ich sagen muss, dass die Zusammenarbeit mit dem „Maximal“ wunderbar läuft. Auch könnte ich mir vorstellen, bei der Theater-Abo-Reihe der Stadt Rodgau mitzuwirken. Zum Beispiel mit dem neuesten Stück, das ich in der „Schmiere“ zusammen mit Klaus Teßnow gemacht habe. Das würde ganz sicher prima in die Kabarett-Reihe der Stadt passen.

Über die Theater-Reihe und deren Neustrukturierung gab es ja kontroverse Diskussionen. War die Umstellung richtig?

Die Theater-Reihe ist eine hervorragende Sache, für die sich viele Menschen engagieren und versuchen, Kultur nach Rodgau zu bringen. Aber ich denke, Rodgau an sich hat ein solch großes Angebot und Potenzial an Künstlern, die auch unterstützt werden könnten. Warum wird nicht einfach mal ein übergreifendes Projekt mit Künstlern aus Rodgau protegiert?

Wo führt Tanja Garlt demnächst Regie?

Wenn ich mir das wünschen dürfte, könnte ich mir die Burgfestspiele Dreieichenhain vorstellen. Oder noch einen Schritt weiter: Regiearbeit am Schauspiel Frankfurt.

Wäre auch das Fernsehen etwas für Sie?

Nein. Theater ist viel kreativer und spannender.

Was machen Sie im Alltag, wenn‘s mal nicht um Theater geht?

Das kann ich eigentlich nicht trennen. Das ganze Leben ist doch Theater. Es ist einfach schön, junge Menschen auf die Bühne zu bringen und ihnen Stärke und Selbstbewusstsein zu geben. Daran wachse ich und lerne jeden Tag dazu. Wer auf der Bühne gut steht, der hat auch Stand im Leben. Es ist großartig, dass ich dazu beitragen darf. Dafür bin ich dankbar.

Quelle: op-online.de

Kommentare