Lebensmittel und Lebenshilfe

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Der Rödermärker „Brotkorb“ (Foto) macht es schon, die Nieder-Röder „Suppenküche“ auch. „Tante Emma e.V.“ in Jügesheim wird mit einer Lebensmittelausgabe ab Mai den guten Beispielen nun folgen.

Jügesheim ‐ Gute Beispiele für Essensausgaben an Bedürftige gibt es in Rodgau und der Region einige. Der neue „Tante Emma Rodgau e.V.“ eifert diesen Vorbildern nicht nur nach, sondern setzt noch eins oben drauf. Von Bernhard Pelka

Ab Ende Mai betreibt der Verein an der Hintergasse 28 (früheres Chinarestaurant) den Laden „Tante Emma“ zur verbilligten Weitergabe von Nahrungsmitteln und Gegenständen des persönlichen Gebrauchs. Außerdem wird „Tante Emma“ als Beratungsstelle ein Kummerkasten und Wegweiser im Dschungel der Sozialprogramme sein.

In Rodgau beziehen zurzeit 2600 Menschen staatliche Finanzhilfe. In der Region liegt Rodgau damit hinter Dietzenbach, Langen und Neu-Isenburg auf Platz vier.

Im Laden im Zentrum des Stadtteils werden deshalb Kurse gehalten, die das tägliche Leben erleichtern. Dazu gehören: Umgang mit Lebensmitteln aus der Region, Kochen auf preiswerter, gesunder Basis, „Wie führe ich ein Haushaltsbuch?“, „Wie wirtschafte ich richtig?“, Babysitterlehrgänge, Beratung Schwangerer, Anlaufstelle für Eltern bei Erziehungsproblemen, Jugend- und Sozialbetreuung. „Tante Emma wird Lotsenfunktion übernehmen und eine Vermittlungsstelle sein“, erläuterte gestern Sozialdezernent Michael Schüßler zur Vorstellung des Projekts. Er rechnet mit bis zu 200 Besuchern pro Woche.

Fahrer, Waren- und Ausgabenvorbereiter gesucht

Sie wissen bei ihrer Arbeit auch die Kirche als Halt im Rücken: der Gründungsvorstand und Unterstützer des Jügesheimer Tante Emma e.V.

Vereinsvorsitzender Alexander Roßkopf schilderte die Motive, Sachstand und gewünschte Entwicklung des Projekts. Roßkopf (Bankkaufmann, aufgewachsen auf dem elterlichen Karolingerhof) und Vorstandsmitglied Lothar Mark dankten den Projektpartnern: DRK Kreisverband Offenbach, Caritas, Johanniter, St. Nikolaus/St. Marien, Emmausgemeinde, Rotary Club Rodgau, Lionsclub Rodgau/Rödermark, „Gemeinsam mit Behinderten“, Sparkasse Langen-Seligenstadt, „En Haufe Leut‘“ und Katharina von Bora Stiftung. Sie sichern für die ersten drei Jahre die Finanzierung. Jetzt fehlen allerdings noch 100 Ehrenamtliche sowie Sachspenden. Gebraucht werden Fahrer, Waren- und Ausgabenvorbereiter. Auch Einsatzpläne und die Registrierung der Kunden kosten Zeit. „Tante Emma“ bietet die Chance zu bürgerschaftlichem Engagement. Wie Kunden sollen sich die Gäste bei „Tante Emma“ fühlen. Sie werden über eine Kundenkarte registriert. Die Verantwortlichen vertrauen auf ihre Menschenkenntnisse im Umgang mit Bedürftigen. Missbrauchsverdacht darf gleichwohl überprüft werden.

Einen Korb gibt es für zwei Euro

Tante Emma e.V., Vordergasse 53, Telefon 06106/2678738 (Justitiar und stellvertretender Vorsitzender Paul Weil). Der Verein benötigt etwa 100 ehrenamtliche Helfer und 200 Mitglieder. Jahresbeitrag: 36 Euro (Einzelmitglieder) und 48 Euro für Familien.

Um deutlich zu machen, dass es sich nicht um die Ausgabe von Almosen handelt, werden die Produkte verkauft. Der Preis beträgt zwei Euro je Korb. Er darf dann gefüllt werden mit Grundnahrungsmitteln (keine Tiefkühlkost). Dazu zählen Produkte, die in der Region wachsen oder von den Bedürftigen selbst geerntet wurden. „Tante Emma“ denkt an die Zusammenarbeit mit Landwirten und Obst- und Gartenbauvereinen. Auch Sportvereine kommen als Partner in Frage. Produzenten von Lebensmittel reihen sich in den Kreis der Sponsoren ein. Die Organisation in der Startphase hat das DRK übernommen, das in Rodgau mehr als 2 000 Mitglieder zählt. Es wird den Aufbau mit hauptamtlichen Kräften unterstützen und Erfahrungen aus anderen Einrichtungen einbringen. Das DRK betreibt in Nieder-Roden bereits erfolgreich den Kleiderladen. DRK-Teamleiter Patric Dietzel berichtete, bei Lebensmitteltafeln in anderen Kreiskommunen seien Rodgauer Bürger wegen der zu großen Nachfrage abgewiesen worden. „Tante Emma“ werde dieses Bedürfnis stillen.

Quelle: op-online.de

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