Nur ein Lebensmittelmarkt erlaubt

Nieder-Roden - (eh) Bei der Ansiedlung eines großen Lebensmittelmarkts im Gewerbegebiet Süd ist die Stadt Rodgau von der wirtschaftlichen Entwicklung überholt worden: Zwar hat das Regierungspräsidium Darmstadt nun ein „Sondergebiet Einzelhandel“ an der Marie-Curie-Straße genehmigt, doch ob der Investor noch interessiert ist, bleibt abzuwarten.

Seine Zustimmung knüpft das Regierungspräsidium an drei Bedingungen. Der „Lebensmittelvollversorger“ darf höchstens 1 800 Quadratmeter Verkaufsfläche haben. Zusätzlicher Einzelhandel neben Rewe und Aldi ist im Gewerbegebiet N 27.1 ausgeschlossen. Die gravierendste Einschränkung: „Es werden keinerlei weitere Abweichungen zu Gunsten von Einzelhandelsvorhaben (Lebensmittel) in nicht integrierten Einkaufslagen der Stadt Rodgau zugelassen.“ Das heißt im Klartext: Ein Einkaufszentrum abseits der Wohngebiete hat nur noch ohne Lebensmittelladen eine Chance auf Genehmigung. Lebensmittel ziehen jedoch erfahrungsgemäß die meisten Kunden an.

Seit zweieinhalb Jahren ist die Ansiedlung eines Lebensmittelmarkts der Tegut-Kette im Gespräch. Bereits im Dezember 2006 kritisierten Redner von CDU, SPD und FDP im Stadtparlament die zögerliche Haltung des Bürgermeisters. Im Februar 2007 räumte das Parlament dem Investor eine Kaufoption für ein Gewerbegrundstück ein. Erst ein Jahr später wurde den Stadtverordneten der Antrag auf Ausweisung eines Sondergebiets vorgelegt. Nach dem Aufstellungsbeschluss vom 25. Februar 2008 dauerte es noch sieben Monate, bis die Stadt eine Abweichung vom Regionalplan beantragte.

Als Mittelzentrum komme Rodgau für großflächigen Einzelhandel grundsätzlich in Frage, bescheinigt das Regierungspräsidium. In dem lang gezogenen Stadtgebiet mit fünf Stadtteilen gebe es aber keine ausreichenden Flächen in zentraler Lage. Der Traum einer Ansiedlung zwischen Jügesheim und Hainhausen ist demnach unrealistisch: Die Stadt selbst habe diesen Standort zurückgestellt.

Quelle: op-online.de

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