Lebewohl, altes Feuerwehrhaus

Jügesheim - Mit einer spontanen Abrissparty haben sich etwa 30 Feuerwehrleute aus Jügesheim am Dienstag von ihrem alten Feuerwehrhaus am Ostring verabschiedet. Von Ekkehard Wolf

Am Vorabend der Abbrucharbeiten war auch eine symbolische Beschädigung des Gebäudes erlaubt, das die Mitglieder fast 50 Jahre lang ehrenamtlich in Schuss gehalten hatten.

Mit einem Vorschlaghammer trieben ein paar starke Männer einen „Smiley“ in eine Mauer der Fahrzeughalle. „Wir gehen mit einem Lächeln“, kommentierte einer von ihnen. Den ersten Schlag hatte übrigens Bürgermeister Jürgen Hoffmann angesetzt.

In der Halle konnte man beim Speerwurf mit dem Einreißhaken die Muskeln spielen lassen. Der mehrere Meter lange Holzstiel mit Stahlhaken wird normalerweise bei Nachlöscharbeiten benutzt, um Gebäudeteile einzureißen – wie passend!

„Dass in der Fahrzeughalle 64 Aktive und fünf Einsatzfahrzeuge drin waren, kann man sich gar nicht mehr vorstellen“, sinnierte Wehrführer Christian Bunge. Erst im Frühjahr waren die Feuerwehren aus Jügesheim und Hainhausen in ihren gemeinsamen Neubau „Mitte“ umgezogen.

Das Feuerwehrhaus am Ostring hatte den Einsatzkräften fast 50 Jahre lang gute Dienste geleistet. Es war 1961 mit einer Bausumme von 240 000 Mark geplant und 1963 eingeweiht worden. Im Lauf der Zeit wurde das Haus mehrfach umgebaut. Die Wohnung im Obergeschoss wurde in Büros umgewandelt, im Erdgeschoss wurden ein Umkleideraum und Werkstätten eingerichtet. Sanitäre Einrichtungen blieben bis zum Schluss Mangelware, immerhin gab es in den letzten Jahren warmes Wasser zum Händewaschen.

Im Jahr 1991 stellte die Feuerwehr erstmals einen Antrag auf einen Neubau. Bis der Wunsch in Erfüllung ging, dauerte es 20 Jahre.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Wolf

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare