Tag der offenen Gärten

Leckere Mehlwürmer aus der Hand

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Die Blaumeise hält sich an den ausgestreckten Fingern fest: Welcher Mehlwurm darf’s sein?

Weiskirchen - Ihr Garten ist ein Vogelparadies: Bei Annemarie Jonas an der Seligenstädter Straße erklingt ein vielstimmiges Zwitschern, Pfeifen und Tirilieren. Besonders Meisen fühlen sich bei ihr daheim. Von Ekkehard Wolf 

Die Vogelfreundin hat in dieser Saison schon zehn Kilogramm Mehlwürmer verfüttert. In den Bäumen und Büschen ist ständig Bewegung. Zwei Dutzend Meisen, schätzt Annemarie Jonas, bevölkern ihren Garten. Dazu kommen Spatzen, Amseln und ein Hausrotschwanz. Ab und zu lässt eine Mönchsgrasmücke ihren Gesang ertönen.

Angefangen hat die Vogelpopulation im Hausgarten vor acht bis zehn Jahren. Damals päppelte Annemarie Jonas eine kleine Meise auf, die aus dem Nest gefallen war: „Im nächsten Jahr ist sie wiedergekommen und hat ihren Nachwuchs mitgebracht.“ Der Vogel kannte sich im Haus aus und flog wie selbstverständlich durch den Flur in die Küche. Einmal überraschte sie sogar eine Meise im Keller: „Sie wusste genau, wo die Mehlwürmer stehen.“

Die Larven des Mehlkäfers kauft Annemarie Jonas kiloweise im Zoohandel. Wenn sie einige davon auf der ausgestreckten Hand anbietet, kommt ein Piepmatz nach dem anderen herangeflattert. Die Vogelfreundin muss nur aufpassen, dass die recht lebhaften Würmer sich nicht aus dem Staub machen. Aber das Schicksal der Mehlwürmer ist auf jeden Fall besiegelt: Selbst wenn mal einer zu Boden fällt, wird er ein paar Sekunden später aufgepickt.

Gartenfotos von Uwe Krätsch aus Rödermark

Warum füttert sie die Meisen auch im Sommer? „Es gibt doch keine Insekten mehr“, sagt Annemarie Jonas. Bei ihr finden die Vögel einen reich gedeckten Tisch: „Wenn ich fort war und heimkomme, sitzen manchmal schon ein paar da und warten.“ Dann genügt ein leiser Pfiff, und die ganze „Meisenbande“, wie sie sie nennt, fliegt ihr entgegen.

Dennoch will die Tierfreundin die Vögel nicht allzu abhängig machen: „Wenn ich da bin, bekommen sie zu fressen. Wenn nicht, sollen sie sich was suchen. Dafür sind sie ja Meisen.“ Nicht nur gefiederte Gäste sind in dem Garten zu Hause. Winzige Wildbienen tummeln sich über den Blumen, im Teich leben Grasfrösche und abends kommt ein Igel aus seinem Unterschlupf. „Eidechsen hatte ich auch schon“, erzählt Annemarie Jonas, „aber die hat sich ein großer Vogel geholt.“

Wenn mal ein Raubvogel über dem Grundstück kreist, hat er gegen die Meisen keine Chance. Die kleinen Vögel warnen einander: Ein Pfiff und sie sind weg. Der Garten ist so zugewachsen, dass sie sich gut verstecken können.

Gartenfotos von Heike Korth aus Rodgau

„Schön, dass wir hier noch so große Gärten haben und dass alle Nachbarn die Bäume stehen lassen“, freut sich die Weiskircherin. Sie wünscht sich, „dass die Natur ein bisschen im Ort bleibt und nicht nur im Zoo besichtigt werden kann“.

Nicht nur für die Tiere, auch für die Gartenbesitzerin selbst ist der Garten ein kleines Paradies: „Lieber fahre ich nur eine Woche in Urlaub und füttere in der übrigen Zeit die Vögel. Da habe ich mehr Freude dran.“ Einen Einblick in diesen Rückzugsort erhalten Besucher am Tag der offenen Gärten am Sonntag, 17. Juni.

Quelle: op-online.de

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