Dekanat Rodgau stellt Hofläden vor

Leckere Vitamine aus der Region

Die Schöpfung bewahren war Thema beim Erntedankgottesdienst auf dem Rollwaldhof. - Foto: pep

Rodgau - Schätzen im Himmel und auf der Erde widmen sich derzeit Gottesdienste in unserer Region. Das evangelische Dekanat Rodgau nimmt das Erntedankfest überdies zum Anlass, in einem Buch 18 Hofläden vorzustellen, die nachhaltig arbeiten. Acht davon wirtschaften in Rodgau.

Reichlich mit Erntegaben geschmückt war die evangelische Kirche Dudenhofen am Sonntag. Nach dem Gottesdienst lud der Kirchenvorstand zu frischem Most und Suppe ein. Danach spielte der Posaunenchor.

Die Kollegen aus der Nieder-Röder Gemeinde feierten hingegen unter freiem Himmel auf dem Bauernhof von Jürgen Werlé in Rollwald. Dank großer Zelte waren sowohl Altar als auch Gottesdienstbesucher vor dem Regen gut geschützt. Im Mittelpunkt stand die Bewahrung der Schöpfung oder modern ausgedrückt - die Nachhaltigkeit, also das Leben auf der Erde in der Art und Weise, dass auch die nachfolgenden Generationen etwas Wertvolles vorfinden.

Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst vom Posaunenchor aus Dudenhofen. Dekan Carsten Tag übernahm die Predigt und sammelte alles das, was es auf der Erde und im Himmel an Schätzen so gibt. Neben den irdischen Reichtümern bedürfe es aber auch einer Verbindung zu Gott, denn trotz allen Geldes könne man dennoch unglücklich sein. „Danken und teilen“, nannte er die Brücke zwischen den Schätzen.

„Unsere Hände sind nicht nur zum Nehmen, sondern auch zum Geben da“, betonte auch Pfarrerin Yvonne Blanco Wißmann. Was man noch alles tun kann, um besser und nachhaltiger miteinander und der Welt umzugehen, hatten sich die Kinder aus dem Kindergarten Birkenhain überlegt, die ihre Ergebnisse im Gottesdienst vorstellten. „Immer das Licht ausmachen, wenn man das Zimmer verlässt“, erwähnte etwa ein Junge den sorgsamen Umgang mit Strom.

Vorgestellt wurde auch der Hofladen-Führer. Möglichst regional, möglichst fair, möglichst saisonal: Drei einfache Tipps gibt es, die Verbraucherinnen und Verbrauchern dabei helfen, die Belastungen für Mensch und Umwelt allein durch ein verändertes Einkaufsverhalten deutlich zu minimieren. Mit dem neuen Einkaufsführer zu Direktvermarktern und Hofläden in der Region will das Evangelische Dekanat Rodgau im Zuge seines Jahresthemas „Land zum Leben, Grund zur Hoffnung“ Menschen dabei unterstützen. Die 28-seitige Broschüre „Unsere Hofläden - Gutes aus der Region“ ist seit Sonntag in den Kirchengemeinden des Dekanats Rodgau und beim Kirchenkreis erhältlich. Das Heft stellt 18 Hofläden und Direktvermarkter vor, acht davon in Rodgau.

Ausgewählt haben Boris Slamka, der Referent für Gesellschaftliche Verantwortung im Dekanat Rodgau, sowie die Rödermärker Ernährungsberaterin Carina Unger vom Project Food Hofläden und selbst erzeugende Betriebe, die besonders nachhaltig arbeiten. Sie produzieren Obst und Gemüse selbst oder kaufen dieses aus Betrieben in der Nähe hinzu, um den CO2-Ausstoß beim Transport zu reduzieren.

Auch dem Umgang mit Tieren trägt die Broschüre Rechnung: „Wer im Einkaufsführer empfohlen wird, tut mehr für seine Schweine, Rinder und Hühner, als vorgeschrieben ist“, verspricht Food-Aktivistin Carina Unger, die sich vor Ort von den Haltungsbedingungen der Betriebe überzeugt hat. Größere Ställe und Schlachtung in der Nähe, teils sogar auf dem Hof, gehören zu den Kriterien, auf die Kundinnen und Kunden sich verlassen können.

Für den Rodgauer Dekan Carsten Tag ist der Einkaufsführer, den die Umwelt-AG des Kirchenkreises angestoßen hat, „ein wesentlicher Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung bei uns in der Region“. Gerade im Ballungsraum Rhein-Main „kennen wir neben hervorragenden Verkehrsbedingungen auch deren Schattenseiten wie Lärm- und Luftverschmutzung, und wir wissen um die bedrohlichen Folgen des Klimawandels“. Umso entschlossener wolle das Evangelische Dekanat Rodgau die Chancen eines umweltgerechten Handelns nutzen und regionale Landwirte unterstützen, „denen der sorgsame Umgang mit der uns anvertrauten Umwelt ebenfalls wichtig ist“.

Weitere Infos unter www.dekanat-rodgau.de/einkaufsfuehrer.html. Wer selbst noch Hofläden oder Direktvermarkter empfehlen möchte, wendet sich an Boris Slamka, Referent für gesellschaftliche Verantwortung, s 06074 48461-22, boris.slamka@dekanat-rodgau.de. J pep

Quelle: op-online.de

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