Leckeres Stöffsche prämiert

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Freudestrahlende Gesichter bei der ersten „Selbstkelterer Apfelwein-Prämierung“ des Naturschutzbundes (Nabu). Den geschmackvollsten Tropfen brachten Monica und Manfred Büchner aus Hainhausen mit. Aufs Treppchen kam auch der Apfelwein von Michael Kemmerer aus Heusenstamm und Friedel Meiß aus Dudenhofen.

Nieder-Roden (pul) ‐ Da wurden Gläser gegen das Licht gehalten, der Geruchssinn eingeschaltet und alle Geschmacksknospen aktiviert; schließlich galt es bei der ersten „Selbstkelterer Apfelwein-Prämierung“ des Naturschutzbundes Rodgau (Nabu) das beste Stöffsche herauszuschmecken.

Elf Kelterer stellten ihre aktuelle Hausmarke zur Verköstigung, und somit die Jury vor eine große Herausforderung. Das beste Tröpfchen im Gerippten hatten der 15-köpfigen Jury nach Monica und Manfred Büchner. Ihr Ergebnis jahrelanger Keltererfahrung fand den geschmackvollsten Anklang bei den Kennern des sauer-milden Durstlöschers.

An seinem Keltergeheimnis lässt Manfred Büchner andere gerne teilhaben: Reinzuchthefe setzt er dem frischen Most bei, und betont dabei den „Charakter Steinberg“. Letzteres muss auf dem Etikett der kleinen Flasche angegeben sein, von dem er die Hälfte zu 30 Liter Most gibt. Außerdem kommt bei dem Hainhäuser noch Hefenährsalz in den Behälter, um die Gärung gezielt in Gang zu setzen.

Hefe kommt beim Ex-Nabu Vorsitzenden Heribert Klee-Groh nicht ins Äpplerfass, denn seine 30 Liter Most, für die etwa 50 Kilogramm Äpfel geschreddert werden mussten, gären auch ganz von selbst.

Handelsübliche Edelstahl- oder Kunststoffbehälter sollte sich ein Neueinsteiger zulegen, so Klee-Groh. Dann gilt es, ein kühles Plätzchen im Keller zu suchen. Temperaturen zwischen zehn und 20 Grad bevorzugen erfahrene Apfelweinfreunde. Und eine gute Belüftung ist wichtig, so Horst Dürr aus Nieder-Roden, der ebenfalls sein leckeres Produkt mit zur Verköstigung im Nabu-Vereinsheim gebracht hatte.

Für ihn geben Holzfässer den bedeutend besseren Geschmack an den Apfelwein ab, sind allerdings zur jährlichen Reinigung aufwändig auszuschwefeln.

Bevor Kelterer an die Reinigung der Behälter denken, gilt es aber noch dem hessischen Nationalgetränk die richtige Geschmacksnote auf den Weg zu geben. Für Heribert Klee-Groh gehören zehn Prozent Quittensaft in den Most. Darüber hinaus lässt sich mit Holunderbeeren und Speierling experimentieren, die dem Getränk eine herbe Note geben.

Für den Nabu schließt sich mit der Apfelweinprobe der Kreis um das rotbäckige Obst. Von der Mostproduktion beim Kelterfest (jeweils am 3. Oktober), über die Prämierung des Stöffsche, bis zum Verkauf des eigenen Produktes beim alljährlichen Sommerfest dreht sich viel im Verein rund um den gesunden Apfel.

Genau wie auch bei den Mühlheimer Apfelfreunden, vertreten durch den erfahrenen Kelterer Walter Kaiser. In Mühlheim siegte vergangenen Juli Nabu-Vorstandsmitglied Friedel Meiß bei der dortigen Apfelwein-Prämierung und brachte so die Idee eines Apfelweinkönigs vom Main an die Rodau.

Sicher wird die Verköstigung im nächsten Jahr wieder Einzug in den Veranstaltungskalender des Nabu halten. Vielleicht etwas später im Jahr, denn laut Horst Dürr ist ein echter Apfelwein erst im März so richtig zu genießen.

Quelle: op-online.de

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