Staatsanwaltschaft kündigt Informationen an

Leiche im Wäldchen geborgen: „Das ist ein sehr komplexer Fall“

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Nur etwa zehn Meter vom Waldrand entfernt lag drei Monate lang ein toter Mann in diesem Wäldchen. Im Hintergrund (Pfeil) ist die Straße nach Hainhausen.

Hainhausen - Warum ausgerechnet hier? Diese Frage stellt sich in Hainhausen, nachdem die Polizei am Dienstag im Wäldchen „Im Birkig“ eine männliche Leiche geborgen hat.

Unklar ist auch, warum der Tote erst auf einen gezielten Hinweis gefunden wurde: Er lag wenige Meter vom Waldrand entfernt. Ein 45-jähriger Mann aus der Wetterau-Gemeinde Rockenberg hatte die Polizei am frühen Dienstagabend zu der Stelle geführt. Er hatte sich am Nachmittag bei der Polizeidirektion in Friedberg gemeldet und berichtet, er habe im August einen Leichnam im Wald verscharrt.

Warum ging der Mann mit dieser Geschichte zur Polizei? Thomas Hauburger von der Staatsanwaltschaft Gießen konnte diese Frage gestern nicht beantworten. „Das ist auch für uns ein absolut außergewöhnliches Ereignis“, sagte er auf Anfrage unserer Zeitung. Auch auf weitere Fragen sagte er, es gebe noch viel zu ermitteln: „Das ist ein sehr komplexer Fall.“

Eine Obduktion sollte gestern die Identität des Toten und die Todesursache klären. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handele es sich bei dem Toten um einen 45-Jährigen aus Bad Nauheim, der seit einigen Wochen vermisst werde, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Ein DNA-Abgleich solle letzte Gewissheit bringen.

Der Mann in Rockenberg saß gestern in Polizeigewahrsam. Vorläufig festgenommen wurde auch seine Ex-Frau (39) aus Büdingen, die Ehefrau des mutmaßlichen Toten. Der Hinweisgeber hatte bei der Polizei ausgesagt, sie habe bei der Beseitigung der Leiche geholfen.

Die wichtigsten Notruf-Nummern

Warum der Leichnam in Rodgau abgelegt wurde, gehört zu den vielen ungeklärten Fragen. Das Wäldchen zwischen Hainhausen und Rembrücken ist rund 70 Kilometer von Bad Nauheim entfernt.

Gestern früh stand laut Polizei noch nicht fest, ob es sich um ein Gewaltverbrechen handelt. Am Nachmittag war diese Frage offenbar geklärt. Der Staatsanwalt musste nur noch entscheiden, ob ein dringender Tatverdacht gegen die beiden vorläufig Festgenommenen bestehe. Falls ja, werden sie dem Haftrichter vorgeführt. Für heute kündigt die Staatsanwaltschaft weitere Informationen an.

Bis gegen 22 Uhr war die Kripo am Dienstag im Wäldchen, um Spuren zu sichern. Die Feuerwehr Rodgau leuchtete die Stelle großflächig aus. (eh)

Quelle: op-online.de

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