Maingau Energie dehnt ihr Erdgasnetz nach Süden aus

Leitungsbauer geben Gas

Von jeder Schweißnaht hängt die Sicherheit der neuen Gasleitung ab. - Fotos: Wolf

Rodgau - Unter der Erde wächst die Stadt Rodgau zusammen. Die Maingau Energie GmbH (Obertshausen) erweitert ihr Erdgasnetz nach Süden. Bisher betreibt sie das Netz in den drei nördlichen Stadtteilen, bald auch in Dudenhofen und Nieder-Roden.

Spätestens Anfang 2014 ist Rodgau dann auch in der Gasversorgung eine Einheit - 37 Jahre nach der kommunalen Gebietsreform. Für die Kunden ändert sich wenig.

Eine neue Hochdruckleitung von Jügesheim nach Nieder-Roden soll den Rodgauer Süden an das Maingau-Netz anbinden. Am Donnerstag hat der Bautrupp des Gasversorgers südlich der Kreisquerverbindung begonnen, die 16 Meter langen Stahlrohre zusammenzuschweißen.

Fast geräuschlos hat die „Maingau“ das Versorgungsnetz in Dudenhofen, Nieder-Roden und Rollwald von der HEAG Südhessische Energie (HSE) AG erworben. „Kurz vor Ostern waren die Verträge unter Dach und Fach“, berichtet Joachim Prietzel, einer der beiden Geschäftsführer. Den Kaufpreis verrät er nicht, aber er würdigt die Einigung mit den Kollegen aus Darmstadt: „Dass man zwei, mit Rollwald sogar drei Ortschaften von einem anderen einvernehmlich übernimmt, ist außergewöhnlich. Andere streiten sich da jahrelang. Da muss man auch den abgebenden Netzbetreiber loben.“

Vor gut einem Jahr hatte das Stadtparlament den Weg zu einem einheitlichen Erdgasnetz in Rodgau frei gemacht. Der Konzessionsvertrag mit der HSE für die südlichen Stadtteile war ausgelaufen. Einstimmig vergaben die Stadtverordneten die Konzession an die Maingau Energie GmbH, an der die Stadt mit 8,28 Prozent beteiligt ist.

Nun geht es an das, was die Fachleute „Netzentflechtung und -einbindung“ nennen. Die „Maingau“ muss sechs Kilometer neue Leitungen bauen und alte Verbindungen kappen. Das kostet 1,32 Millionen Euro - eine große Investition für das regionale Unternehmen.

Eine Leitung zwischen Nord und Süd liegt bereits. Ein zweites Rohr wird nun verlegt. An vier Stellen müssen bestehende Leitungen aufgetrennt werden. Prietzel: „Wir haben mit der HSE an zwei oder drei Stellen Noteinspeisungen vorgesehen, sollte mal einer von uns beiden einen Engpass haben.“

Die beiden großen Industriekunden Opel und Rodgauer Baustoffwerke seien über Stichleitungen angebunden. Der geplante Gewerbepark der VGP-Gruppe östlich von Dudenhofen lasse sich gut in das Leitungsnetz einbinden. Beide Netze seien gleich alt und technisch auf dem gleichen hohen Niveau.

„Im Lauf des Jahres werden wir den Kunden Bescheid geben, wann wir für sie zuständig sind“, kündigt Joachim Prietzel an. Das werde spätestens am 1. Januar 2014 der Fall sein.

Privatkunden haben mit ihrem Netzbetreiber nur selten zu tun: wenn sie ihr Haus ans Erdgasnetz anschließen, falls es eine Störung gibt und vielleicht noch bei der jährlichen Abrechnung. Auch beim Wechsel des Gasversorgers kommt der Netzbetreiber ins Spiel. Spürbar für den Kunden ist das aber nur, falls der Übergang nicht reibungslos klappt: Dann wird er für kurze Zeit in den Grundversorgungstarif eingestuft. J eh

Quelle: op-online.de

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