Markante Lichtobjekte am Straßenrand

Zaun-Kunst zieht Blicke auf sich

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Eduard Kleingärtner-Hauser in seiner Werkstatt im Gewerbepark Dudenhofen. Dort schweißt, hämmert und feilt er an seinen Werkstücken.

Dudenhofen - Autofahrer riskieren im Vorbeifahren vorsichtig Blicke, Fußgänger bleiben stehen und sehen sich mit einer Mischung aus Verblüffung und Bewunderung die markante Kunst am Straßenrand an. Von Bernhard Pelka 

In Dudenhofen erregt gegenüber dem Rewe Center ein ungewöhnlicher Gartenzaun Aufmerksamkeit. Raffinierte Lichtobjekte aus Metall heben die Grundstücksbegrenzung deutlich aus der Masse des Üblichen hervor. Wer das Grundstück von Eduard Kleingärtner-Hauser betritt, sieht sofort: hier wohnt ein kreativer Mann, der das Unkonventionelle liebt. Wohl deshalb hat der 56-Jährige aus den Peitschenmasten von Straßenlaternen eine Riesenschaukel gebaut und sie für Kinder in den Garten gestellt. Die Kinder sind inzwischen groß. Das machte die Schaukel überflüssig. Also nutzt Kleingärtner-Hauser die Masten jetzt als Aufhängung für ein imposantes Lichtobjekt: zwei aneinandergeschweißte, meterhohe Pyramiden aus Drei-Millimeter-Stahlblech. Durch Löcher im Blech dringt das Licht als mysteriöser Schimmer nach außen.

Ähnlich reizvoll leuchten die Licht-Objekte am 43 Meter langen Gartenzaun. Er begrenzt das Grundstück zur viel befahrenen Nieder-Röder-Straße und entstand im vergangenen Sommer aus praktischen Gründen. „Die Stadt hatte den Grünstreifen an der Straße gerodet. Ab da konnten die Leute in meinen Garten gucken“, sagt der Zaun-Künstler. Wobei er das Prädikat Künstler oder Designer für sich selbst niemals beanspruchen würde. „Ich bin ein Handwerker“, sagt der Mann bescheiden.

Gleichwohl haben seine Arbeiten Qualität und Raffinesse. Ausgefallen sind zum Beispiel die Werkstoffe. Die halbkugelförmigen Objekte am Holzzaun bestehen aus den aufgeschnittenen Druckausgleichsbehältern einer Heizung. Kleingärtner-Hauser hat sie abgeschliffen und mit einer Schicht Klarlack geschützt. Die röhrenförmige Leuchte daneben wiederum war einmal die transparente Walze eines Druckers, wie er in vielen Büros steht. In die hat der gelernte technische Zeichner eine Plexiglasröhre eingepasst, die Doppel-LED-Leuchten Platz bietet.

66 Arbeitsstunden stecken in dem markanten Gartenzaun. Er besteht aus Douglasienholz, unbehandelt. Die Bretter stammen aus einem Sägewerk im Odenwald, die Metallobjekte aus der Werkstatt von Eduard Kleingärtner-Hauser.

Der einfallsreiche Bastler kann aber noch viel mehr. In seiner Werkstatt im Gewerbepark Dudenhofen baut er Möbel für die Tonstudios und Büros von namhaften Kunden wie Hit Radio FFH, Hamony.fm, Planet Radio und das Goethe-Institut Frankfurt. Zu seinen Maßarbeiten und Spezialanfertigungen aus Stahl, Glas, unverrottbaren Fassadenplatten oder Holz gehören aber auch Boxen und in der Höhe verstellbare Fernsehständer. Andere Auftraggeber bestellen schlicht ein stabiles Hoftor. In Rodgau ist der selbstständige Unternehmer kein Unbekannter. Schon vor 21 Jahren, als die Kulturinitiative „Maximal“ noch an der Stettiner Straße im Stadtteil Jügesheim rockte, half der vielseitige Handwerker dort fleißig bei der Innenausstattung mit.

Quelle: op-online.de

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