Liebestolle Rehe gefährden Autoverkehr

Rodgau (pul) - Alle Jahre wieder feiern die Rehe Hochzeit. Was für die Tiere der Höhepunkt der Blattzeit ist, kann für Autofahrer schlimm enden. Vor Liebe blind, sausen die Waldtiere selbst am helllichten Tag quer über stark befahrene Straßen.

Klaus Straßmann kennt das Treiben ganz genau, das sich jedes Jahr in deutschen Wäldern abspielt. Wenn es dem Hochsommer entgegen geht, beobachtet der erfahrene Jäger von seinen Ansitzen aus die liebestollen Vierbeiner. Dabei hetzt der Bock seine Auserwählte quer durch den Wald, und manchmal auch über Straßen.

Die sonst nur in der Dämmerung äsenden Tiere sind ab Mitte Juli auch tagsüber aktiv, so der Präsident der Weiss blauen Jagdgesellschaft. Geht es bei den Tieren doch darum, für die nächste Generation zu sorgen.

Für Autofahrer bedeutet dies, selbst tagsüber vermehrte Aufmerksamkeit walten zu lassen. Gerade Landes- und Bundesstraßen in Waldgebieten lassen bis Mitte August nur einen vernünftigen Schluss zu: Tempo runter. Daneben gilt für den Autofahrer auch den Fahrbahnrand vermehrt zu beobachten. Die Rehe haben nämlich absolut keinen Blick für den fließenden Verkehr übrig.

Verfolgungsjagd der Böcke führt über die Straßen

Wie auch, sind sie doch mit „Wichtigerem“ beschäftigt. Die Ricken signalisieren mit ihren Duftstoffen Paarungsbereitschaft und locken die Böcke an, die danach nur noch Augen für die holde Weiblichkeit haben. Aber da bekanntlich das Werben vor die Liebe gestellt wird, muss der Bock zunächst seine Ausdauer mit einer Verfolgungsjagd beweisen. Selbige führt dann manchmal über die Landes- und Bundesstraßen.

Die Rodgauer Jäger kennen die Gefahrenstellen rund um Rodgau: die Landstraße von Dudenhofen nach Babenhausen und die Kreisquerverbindung L 3121, besonders auf Höhe des Buchenwaldes in Richtung Seligenstadt.

Negativer Spitzenreiter in Sachen Wildunfälle ist die B 486 zwischen Langen und Mörfelden. Dabei sind Wildunfälle gar nicht so selten wie einzelne Autofahrer glauben mögen. 16000 Zusammenstöße mit Rehen registriert der Landesjagdverband jährlich alleine in Hessen.

Polizei verständigen ist Pflicht

Ob das angefahrene Tier auf der Stelle stirbt oder sich noch schwer verletzt in den Wald schleppt, in beiden Fällen ist es die Pflicht des Autofahrers, den Jagdpächter oder die Polizei zu verständigen.

Damit es erst gar nicht zum Unfall kommt, ist in diesen Tagen höchste Aufmerksamkeit angesagt, besonders an Passagen, in denen das Verkehrsschild „Wildwechsel“ den Fahrbahnrand ziert.

Quelle: op-online.de

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