Lieder von der rauen Küste

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Ins Fischerhemd gekleidet, haben die Vereinsmitglieder immer eine kleine Spende für die Seenotrettung übrig. Der Verein „Plattdüütsch leevt“ besteht am 1. März seit 25 Jahren.

Rodgau ‐ Verstehen Sie eigentlich so‘n beten Platt? Diese im besten norddeutschen Dialekt gestellte Frage dürfte die wenigsten Menschen in unseren Breiten in Verlegenheiten bringen, denn so fremd ist der Zungenschlag der Nordlichter nun auch wieder nicht. Von Andreas Pulwey

Schließlich besteht der Verein „Plattdüütsch leevt Hessen“ schon 25 Jahre. Jeden letzten Samstag im Monat treffen sich die Mitglieder beim SKV Hainhausen zum „Klönsnack“. Am morgigen Samstag starten sie mit dem traditionellen Grünkohlessen in ihr Jubiläumsjahr. Gelten die Norddeutschen sonst eher als trocken und zurückhaltend, so scheint bei „Plattdüütsch leevt“ durch die offene Herzlichkeit genau Gegenteiliges der Fall zu sein. Die Hessen waren anfangs etwas unterkühlt, berichtet der Ehrenvorsitzende Bernhard Harms über seine ersten Kontakte im Rhein-Main-Gebiet und denkt dabei an die Zeiten zurück, als die Liebe ihn in das Hessenland führte.

70 Mitglieder „besnaken“ Vereinsaktivitäten

Während den gebürtigen Ostfriesen Herzensangelegenheiten zum Marsch nach Süden inspirierten, waren es bei Klaus Meinhardt und dem Vereinsvorsitzenden Klaus Edzards die Brötchen, die es in der Bankenmetropole Frankfurt zu verdienen gibt. So verließen beide ihr geliebtes Bremen oder Butjadingen an Deutschlands Nordseeküste. Die Sehnsucht nach der Waterkant hat so manches Mitglied inzwischen wieder zurück gen Norden geführt. So treibt Schriftführerin Hannelotte Meinhardt die Mitgliederbeiträge von Mainz bis Friedberg und weiter bis Schleswig-Holstein ein.

70 Mitglieder „besnaken“ heute bei Hauptversammlungen die Vereinsaktivitäten. 90 Köpfe dagegen lauschen beim Grünkohlessen am Samstag einer norddeutschen „Folklorekoppel“ (Kapelle). „Dat is denn neet blot‘n gesellig Veranstalten, dat is för uns ok‘n Kulturavend mit plattdütse Lieder van de Küst“, zeigt sich Bernhard Harms begeistert.

Mit einem großen Missverständnis muss noch aufgeräumt werden: Das plattdeutsche „Moin“ hat als Gruß wenig mit der morgendlichen Stunde zu tun. Viel mehr übersetzt Hannelotte Meinhardt es als: „Ich wünsche einen schönen Tag.“ Was aber bedeutet dann „Moin, moin“? Auch nichts anderes, erklärt Bernhard Harms. Es seien lediglich die „Sabbeltanten“ in Schleswig-Holstein, die mehr reden als unbedingt nötig.

Quelle: op-online.de

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