Literarische Begegnung

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Zu seinem Geburtstag am Europatag überreichten Karoline Riedmayer, die Hainburger Vorsitzende der Städtepartnerschaft, und ihre Tochter dem Nieder-Röder Vorsitzenden Karlheinz Nenner ein Gemälde als Präsent.

Nieder-Roden - (chz) „Menschen, die guten Willens im Umgang miteinander sind, feiern heute den Europatag“. Mit diesen Worten begrüßte Karlheinz Nenner, Vorsitzender des Arbeitskreises Partnerschaft Nieder-Roden/Hainburg an der Donau am Samstag Abend rund 130 Gäste im Bürgerhaus Nieder-Roden.

Der Kreis hatte zum zweiten Mal den besonderen Tag genutzt, um gemeinsam mit Politikern und Bürgern aus den beiden Städten die Verbundenheit in einem literarischen Abend zu erneuern.

So waren aus der österreichischen Partnerstadt, die noch vor wenigen Jahren die Grenze zum Ostblock darstellte und seit den Grenzöffnungen im Zuge eines geeinten Europas heute fast mitten in Europa liegt, viele Gäste gekommen.

Zu ihnen gehörten als Vertretung für den erkrankten Bürgermeister der Vizebürgermeister Paul Pagacs, die Hainburger Literaten Erwin Matl und Friedrich Hessheimer sowie Regierungsrätin Karoline Riedmayer, die „Mutter“ des Partnerschafts-Kreises in Hainburg.

Nenner erinnerte daran, dass mit der Gründung der vier Städtepartnerschaften der Stadt Rodgau mit Puiseaux, Nieuwpoort, Donja Stubica und Hainburg an der Donau in den 70er Jahren aktiv zu Versöhnung und Freundschaft beigetragen werden sollte. „Für uns ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, vorbildlich für alle Menschen, die guten Willens sind.“

Bürgermeister Alois Schwab betonte, dass Europa nicht nur als Staatengemeinschaft zusammenwachsen muss, sondern vor allem die Menschen selbst müssen zusammenkommen, wie zwischen Nieder-Roden und Hainburg praktiziert.

Vor gut 130 Gästen aus den Partnerstädten Rodgau und Hainburg musizierten Sopranistin Wilma Ehmann und Pianistin Brigitte Dewald (Bildvordergrund) und lasen die Hainburger Literaten Friedrich Hessheimer und Erwin Matl sowie die Rodgauerin Lyrikerin Ljubica Perkman.

Stadtverordnetenvorsteherin und CDU-Bürgermeisterkandidatin Anette Schweikart-Paul schloss aus der Feier des Europatages ganz deutlich, dass die Menschen sich in diesem Europa wohl fühlen, in dem sie ihre gewachsenen Eigenständigkeiten nicht aufgeben müssen. „Europa ist mehr als die Richtlinienverordnung über die Krümmung der Banane“, gab sich die Christdemokratin in ihrer Ansprache überzeugt. Der Hainburger Vizebürgermeister Paul Pagacs erinnerte daran, dass trotz der Nachbarschaft früher Unstimmigkeiten zwischen den Ländern herrschten, die jetzt geschlichtet seien, und lud die Bürger der Partnerstadt herzlich ein: „Besucht uns und lasst und Freunde und Partner bleiben!“

Karoline Riedmayer dankte für die lange Partnerschaft: „35 Jahre Partnerschaft sind 35 Jahre gelebte und erlebte Völkerverständigung und daher ein außergewöhnlicher Anlass, unsere Freundschaft hier und heute einmal zu bekräftigen.“ Gemeinsam mit ihrer Tochter überreichte sie Geburtstagskind Karlheinz Nenner ein Gemälde des Wiener Stefansdoms.

Umrahmt von zahlreichen musikalischen Zwischenspielen von Schumann bis Mozart, dargeboten von Brigitte Dewald am Flügel, und mit Wiener Liedern von Sopranistin Wilma Ehmann lasen im weiteren Verlauf des Europaabends die Hainburger Schriftsteller Friedrich Hessheimer und Erwin Matl - ähnlich bemerkenswert wie schon im vergangenen Jahr - kurze Geschichten und Aphorismen aus ihren Werken vor.

Zitate lieferte ebenso die in Bosnien geborene und seit1976 in Rodgau lebende Lyrikerin Ljubica Perkman. Sie, die auch Mitglied der Theaterinitiative „Großes Welttheater Rodgau“ ist, hatte auch den letzten Teil des Abends mit arrangiert.

Nach erläuternden einleitenden Worten von Karl-Heinz Auerswald gab‘s eine Viertelstunde „Datterich“ auf der Leinwand zu bewundern - im Hinblick auf den literarischen Teil des Abends die Biergarten-Szene, in der das Lokalkolorit der Dialektsprache besonders zum Tragen kommt.

Zuvor hatten jedoch die Hainburger Vertreter Paul Pagacs und Erwin Matl im Rahmen des von ihnen ausgeschriebenen und derzeit noch laufenden Lyrikwettbewerbs an Schulen die Deutschlehrerin Gabriele Raquot-Richter ausgezeichnet.

Sie hat den internationalen Wettbewerb an der Geschwister-Scholl-Schule im Rodgauer Stadtteil Hainhausen betreut; acht Beiträge ihrer Schüler - darunter erstaunlicherweise auch drei Gedichte von Jungen - zum Thema Liebeslyrik wurden in den gerade veröffentlichten Sammelband der ausgewählten Geschichten des Wettbewerbs aufgenommen.

In den letzten 16 Jahren hat die Hainburger Autorengruppe acht Wettbewerbe ausgeschrieben, diesmal jedoch erstmals an Schulen. Die besten Beiträge aus allen teilnehmenden Schulen werden in Kürze prämiert.

Paul Pagacs und Erwin Matl überreichten als kleine Anerkennung und als Dankeschön eine Ausgabe des Sammelbandes mit Liebeslyrik aus einem Schülerwettbewerb an Gabriele Raquot-Richter.

Quelle: op-online.de

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