Mann auf A3 in den Tod getrieben?

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Zunächst schien der Tod eines Lkw-Fahrers ein tragischer Unfall zu sein. Nun kommt ein Verdacht auf: Der Litauer könnte auf die Straße gejagt worden sein. Die Polizei sucht nach Spuren.

Rodgau (re) - Schrecklicher Verdacht: Der Fußgänger, der in der Nacht zum 1. Mai auf der A 3 nahe der Raststätte Weiskirchen von mehreren Autos überrollt worden ist, könnte auf die vielbefahrene Autobahn gehetzt oder getrieben worden sein.

Gestern durchsuchten mehr als zehn Beamte mit zwei Leichenspürhunden den angrenzenden Wald beiderseits der Autobahn nach entsprechenden Spuren. Ergebnisse liegen nach Auskunft der Ermittler noch nicht vor. Am morgigen Mittwoch wird der Fall wahrscheinlich in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ vorgestellt.

In der Nacht zum 1. Mai ist der Mann auf der A 3 nahe der Raststätte Weiskirchen zu Tode gekommen. Foto: Georg

Wie das Polizeipräsidium Südosthessen gestern mitteilte, steht die Identität des Toten mittlerweile fest: Es handelt sich um einen 49-jährigen Lkw-Fahrer aus Litauen. Sein Lastwagengespann sei auf der Raststätte Weiskirchen-Süd (Richtung Würzburg) entdeckt worden. In dem Lkw fanden die Ermittler eigenen Angaben zufolge keine Hinweise auf ein mögliches Verbrechen.
Die Hintergründe könnten jedoch in einem Streit unter Lkw-Fahrern liegen. Zeugen zufolge haben sich vor dem Unfall mehrere Lkw-Fahrer auf der Raststätte in Richtung Süden gestritten. „Es ist daher nicht auszuschließen, dass der Unfall in unmittelbarem Zusammenhang mit diesem Streit steht“, sagte Polizeisprecher Henry Faltin.

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Die gerichtsmedizinische Untersuchung der Leiche des 49-Jährigen sei wegen des schlechten Zustands extrem schwierig gewesen; der Mann wurde von mindestens sieben Autos und einem Reisebus überrollt. Die dadurch verursachten Verletzungen sind die Todesursache, das stehe fest. Nicht mehr festzustellen sei jedoch, ob dem Mann schon vor seinem Tod Verletzungen, etwa durch Schläge, zugefügt wurden.

Der Litauer war am 1. Mai gegen 2 Uhr in der Früh auf dem mittleren Fahrstreifen der A 3 in Richtung Frankfurt vom BMW eines 54-jährigen Mannes aus dem nordrhein-westfälischen Neuss stehend erfasst und durch die Luft geschleudert worden. Zuvor waren ihm einige Fahrzeuge noch ausgewichen. Dann überrollten noch mindestens sechs weitere Pkw und ein Reisebus das Opfer. Die Autobahn war wegen der Spurensicherung und der Bergung bis morgens um 7.30 Uhr voll gesperrt.

Nahe der Raststätte Weiskirchen-Süd hatte der Lkw-Fahrer sein Gespann abgestellt. Foto: Georg

Gestern nun die Durchsuchungsaktion der angrenzenden Waldstücke durch die Offenbacher Polizei. Da der Lastwagen des Litauers in Richtung Süden geparkt war, er aber in Richtung Norden getötet wurde, ist es möglich, dass er die Autobahn bereits einmal komplett überquert hatte. Hierfür gebe es Zeugenaussagen von wenigen Minuten vor dem tödlichen Zusammenstoß, so die Polizei.
Die Ermittler hoffen nun auf Hinweise von Zeugen. Insbesondere setzen sie dabei auf Lastwagenfahrer, die zwischen Samstag, 30. April, 17 Uhr, und Sonntag, 1. Mai, 2 Uhr, auf der Raststätte waren. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 069 / 8098 1234 rund um die Uhr entgegen.

Quelle: op-online.de

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