Loks und Waggons im Maxiformat

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Heinrich Bucher, der Vorsitzende der Rodgauer Modellbahn-Connection, hatte im Vereinsraum seine private Spur-0-Anlage aufgebaut. Das geht nur bei Ausstellungen, denn im Normalbetrieb fehlen der Modellbahn-Connection Geld und Platz für so eine große Anlage.

Jügesheim - Riesig groß oder winzig klein, dazwischen gab’s nichts: Die Frühjahrsausstellung der Rodgauer Modellbahn-Connection war eine Schau der Gegensätze. Von Michael Löw

Loks von 75 Zentimetern dampften auf einer Neun-Meter-Anlage hin und her, auf der anderen Seite des Gangs wurden die Lokomotiven und Waggons in ähnlichen Millimeterdimensionen gemessen. „Wir wollten unseren Besucher alles außer der normalen HO-Spur bieten“, erläuterte Chef-Eisenbahner Heinrich Bucher die Mischung.

Am Wochenende kamen überwiegend Fachleute in die Eisenbahnstraße 47. Teilzeit-Fans besuchen normalerweise die Ausstellung im Winter, um Ideen für die eigene Anlage zu sammeln.

Die größten Züge hatte die IGGS (Interessengemeinschaft größere Spuren) aus Mühlheim auf die Schienen gestellt. Die Spur 1 - Maßstab 1:32 - ist unter Modellbahnern die Königsklasse. Ihren Reiz beschrieb Jörn Hansen: „Man kann sehr detailliert arbeiten. Sie sehen die einzelnen Teile der Maschinen oder die Einrichtung in den Waggons.“

Damit solche Riesenzüge im Kreis fahren können, brauchen ihre Besitzer einen Keller oder Dachboden von mindestens fünf Metern Durchmesser. Früher war die Spur 1 weiter verbreitet; denn Modellbahnbau war ein elitäres Hobby, und wer ihm nachging, hatte den entsprechenden Platz.

Die nur ein Fünftel so große Spur N (Maßstab 1:160) war eine logische Folge des bundesdeutschen Wirtschaftswunders. Jörn Hansen: „Nach dem Zweiten Weltkrieg wollten auch die Leute in den Sozialbauten Modelleisenbahn fahren.“

Quelle: op-online.de

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