Ein Macher im Weinberg unseres Herrn

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Pfarrer Wendelin Meissner (rechts) feierte gestern seinen 70. Geburtstag. Nach getaner Arbeit -10.30-Uhr-Gottesdienst und mehreren Taufen - gratulierten Mitglieder der St. Nikolaus- und der Marien-Gemeinde, langjährige Weggefährten, Verwandte und viele Ehrenamtliche aus den Gemeinden dem populären Seelsorger.

Jügesheim - Großer Bahnhof für einen Geistlichen, der am liebsten kein Aufhebens um seine Person machen würde. Wendelin Meissner, Pfarrer der St. Nikolaus-Gemeinde und der Mariengemeinde, feierte gestern seinen 70. Geburtstag. Von Michael Löw

Die Pfarrgemeinde- und Verwaltungsräte aus Jügesheim und Dudenhofen hatten einen Empfang im Haus der Begegnung organisiert.

Die Laudatio - „Auch wenn unser Pfarrer das nicht will!“ - hielt Verwaltungsrat Lothar Mark, ein Weggefährte von Wendelin Meissner, der seit mehr als 38 Jahren Pfarrer der größten Pfarrei im Bistum Mainz ist: „Er durfte ein Giesemer und ein bisschen auch ein Dudenhöfer werden.“ Als Kardinal Hermann Volk Wendelin Meissner vor 38 Jahren fragte, wo er gerne hin möchte, bekam er zur Antwort: „Sie können mich auf den größten Misthaufen der Diözese schicken!“ Der lockere Spruch ist längst Legende und verziehen.

Er habe ein neues Klima in die zwei Gemeinden gebracht: Wendelin Meissner war einer der ersten Pfarrer, der in die Narrenbütt stieg, mit seinem Kaplan Manfred Merz auf dem Tandem beim Volksradfahren mitstrampelte, den Kilimandscharo bestieg, auf südamerikanischen Dschungelflüssen schipperte und zur Trauung ehemaliger Gemeindemitglieder auch mal eben für einen Tag nach Hamburg fuhr.

Mark hob hervor, was Wendelin Meissner in den vergangenen Jahren alles angestoßen hat: Die heute im ganzen Kreis vorbildliche Behindertenarbeit nahm im Jügesheimer Pfarrhaus ihren Anfang. Es sei Meissners Verdienst, dass es eine Selbstverständlichkeit sei, wenn Behinderte heute mitten im Ortskern leben und sich wohlfühlen. Dank Meissners Willen zur Integration hätten auch viele aramäische Christen in Jügesheim und vor allem Dudenhofen eine neue Heimat gefunden.

Praktizierte Nächstenliebe sei das „Tante Emma“-Projekt, bei dem bedürftige Familien durch Lebensmittelspenden und Beratung wieder Boden unter die Füße bekämen.

Wendelin Meissner sei „Antreiber und Veränderer“. Während seiner Amtszeit wurde das Martin-Luther-King-Haus in Dudenhofen, das Haus der Begegnung in der Jügesheimer Vordergasse und ein neuer Kindergarten gebaut. Mit der Sanierung beider katholischer Kirchen seien es Millionen gewesen, die in die Infrastruktur der Stadt investiert wurden. Meissner habe es verstanden, Spendenbereitschaft zu wecken, „ohne ein einziges Mal von der Kanzel um Geld zu betteln“.

Dudenhofens Pfarrgemeinderatsvorsitzender Martin Jendrissek würdigte Meissner als „helfende Hand, die die Gemeinde führt“. Musikalisch gratulierten die Bläser der Weiß-Blauen Jagdgesellschaft und die Kirchenchöre von St. Nikolaus und St. Marien.

Der Blick in die Zukunft blieb wieder Lothar Mark überlassen. Wendelin Meissner habe immer deutlich gemacht, dass er seine Aufgabe in Jügesheim und Dudenhofen erfüllt, bis sein Chef ihn abberuft - nicht der in Mainz oder Rom, sondern der „ganz oben“.

Quelle: op-online.de

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