Mächtig Mucke für eine gute Sache

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Als jüngster Musiker auf der Bühne gefeiert: Nico Huber (9) mit den „Fight Footers“.

Weiskirchen ‐ „Ist es hart genug? Ist es laut genug?“, kreischt Chris Laut von „Ohrenfeindt“ ins Gesangsmikrofon:„Komm schon und hol’s dir!“ Die Fans vor der Bühne lassen sich das nicht zwei Mal sagen. Von Ekkehard Wolf

Sie wippen mit, strecken die Arme hoch, einige schwenken wild die Köpfe im Kreis. Vollgasrock aus St. Pauli ließ am Samstag zum zweiten Mal das Bürgerhaus Weiskirchen vibrieren. 235 Zuhörer besuchten das Benefizkonzert „Rock im Haus“, dessen Erlös als Spende an den Verein „Hilfe für krebskranke Kinder“ in Frankfurt geht.

Beim ersten Konzert dieser Art waren letztes Jahr am Ende rund 1500 Euro übrig geblieben. Wie viel es diesmal sein wird, lässt sich erst nach dem 1. Juli sagen. Bis dahin läuft noch die Verlosung einer edlen E-Gitarre. Wer die Aktion unterstützen möchte - oder einfach nur die Gitarre gewinnen will -, ist per Telefon mit drei Euro dabei (Tel.: 09005 333443).

Auch manche Besucher des Abends hatten die Spendierhosen an. Einer überraschte die Helfer an der Bar mit der Bestellung: „Bitte ein Bier für den guten Zweck“ und reichte 25 Euro über den Tresen. Und Bürgermeister Jürgen Hoffmann tat das, was ein guter Schirmherr tut: Er brachte 500 Euro von der Sparkasse mit.

Der Name ist Programm: „Ohrenfeindt“, hier die Frontline mit Chris Laut und Dennis Henning, machte mächtig Mucke.

Für ihr Eintrittsgeld erhielten die Zuhörer eine volle Packung Livemusik. Vor dem Hamburger Trio „Ohrenfeindt“ standen die Rodgauer „Fight Footers“ und „Splitter“ aus Wiesbaden auf der Bühne. Letztere waren kurzfristig eingesprungen, nachdem eine Band aus Berlin abgesagt hatte. Während die St.-Pauli-Rocker Leute aus der näheren und weiteren Umgebung anlockten, brachten die „Fight Footers“ ihre lokale Anhängerschar mit, darunter auch etliche Schulkinder aus Nieder-Roden. Sie warteten auf die Zugaben, bei denen ihr Mitschüler Nico Huber (9) mitspielte. An der Seite seines stolzen Vaters Nik Huber spielte er die E-Gitarre fast wie ein Großer.

Als ehrenamtliche Helfer waren zahlreiche Mütter und Väter der Eltern-Kind-Initiative „Die kleinen Strolche“ im Einsatz. Wer nicht gerade in Urlaub war oder ein krankes Kind versorgen musste, packte mit an: am Eingang, am Stand der „Hilfe für krebskranke Kinder“ und am Getränkeausschank. „Wir stellen hier fast die komplette Manpower“, erklärte „Strolche“-Vorsitzende Michaela Hanekamp. Am Mischpult und beim Sicherheitsdienst wurden allerdings Profis eingesetzt.

Internetseite von Rock im Haus.

Hinter vier oder fünf Stunden Konzert steckt eine Menge Arbeit. Von 9 Uhr morgens bis 3 Uhr nachts wurde im Bürgerhaus gearbeitet. Beim Auf- und Abbau halfen auch Jugendliche der Jugendwohngruppe Jügesheim mit, die zum Theresien-Kinder- und Jugendhilfezentrum Offenbach gehört. „Die Jungs sind toll, sie packen an, man kann sich 150-prozentig auf sie verlassen“, lobt Nicole Westenburger, die das Konzert mit Ehemann Ralph und Jörg Seemann federführend organisiert hatte. Etwas unglücklich war das Orga-Team darüber, dass das Bürgerhaus nur während der Fußball-Weltmeisterschaft frei war. Die Wunschtermine im März waren alle belegt.

Ob es „Rock im Haus“ auch im nächsten Jahr wieder geben wird, lässt Nicole Westenburger noch offen: „Mal sehen, was bei der Abrechnung herauskommt. Es soll ja auch vom Spendenergebnis her Spaß machen.“

Quelle: op-online.de

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