Geschichten wie aus 1001 Nacht

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Gebannt lauschen Kinder dem Märchenerzähler Christian Mayer-Glauninger in der Stadtbücherei Weiskirchen. Der Magistrat will diese Bücherei schließen.

Weiskirchen (pep) - Geschichten von magischen Schatzkisten und Drachen faszinierten viele Kinder am Freitag in der städtischen Bücherei Weiskirchen. Märchenerzähler Christian Mayer-Glauninger war dort zu Gast.

Dicht gedrängt saßen die kleinen Zuhörer und waren ganz still, als er mit seinen Geschichten begann. Im Hintergrund standen Eltern, Tanten und sogar Oma und Opa und fanden auch Gefallen an den bunten Abenteuern.

Am letzten Öffnungstag in diesem Jahr platzte die Bücherei noch einmal aus allen Nähten. Die Stille im Raum und die sanfte Stimme des Erzählers wurde nur durch das leise Piepen der Elektronik unterbrochen, wenn ausgeliehene Bücher zurückgegeben und neue zum Lesen mitgenommen wurden.

Büchereischließung: fast 400 Namen auf der Unterschriftenliste

Nur eine ausliegende Unterschriftenliste erinnerte in diesen Stunden daran, dass die Bücherei vor der Schließung steht. Sie soll der Schulkinderbetreuung von 50 Kindern weichen, wie der Magistrat angekündigt hat. Die etwa 4 000 Medien sollen nach Nieder-Roden wandern, die städtischen Mitarbeiter dort dann ihren Dienst verrichten. Ein weiterer Öffnungstag soll das Angebot der stark besuchten Bücherei am Puiseauxplatz verbessern.

Die gut besuchten Lesenachmittage in Weiskirchen müssen nicht automatisch mit verschwinden, hier wird bereits an Alternativen gedacht. Die nächste Bücherei befindet sich in Hainhausen, ganz bis nach Nieder-Roden muss also niemand fahren.

Nach nur wenigen Tagen standen bereits 364 Namen auf der Unterschriftenliste, während des Nachmittags wurden es fast 400, die für den Erhalt der Bücherei appellieren. Entweder weiterhin im Christian-Zang-Haus oder zumindest an einem anderen Ort in Weiskirchen.

Die städtische Bücherei Weiskirchen hat derzeit rund 140 eingetragene Leser, wie Bibliothekarin Nicole Köster auf Anfrage sagt. Jedes Buch wird durchschnittlich 1,1 Mal im Jahr ausgeliehen.

Quelle: op-online.de

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