Fastnachts-„Ufftakt“ des JSK Rodgau

Magier-Duell nach J.K. Rollwald

Billig, erstklassig und am besten gestern: Die Hallenbaufindungskommission (HBFK) steht vor einer schier unlösbaren Aufgabe - da hilft nur noch Magie.
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Billig, erstklassig und am besten gestern: Die Hallenbaufindungskommission (HBFK) steht vor einer schier unlösbaren Aufgabe - da hilft nur noch Magie.

Jügesheim -  Die Moral von der Geschicht: Ohne Arbeit geht es nicht. Das ist die bleibende Erkenntnis nach knapp zwei Stunden Narrentheater beim traditionellen „Ufftakt“. Mit Magie kommt nicht weiter, wer eine neue Halle bauen will, da müssen schon fleißige Handwerker her.

Für die Fastnacht aber gilt: „Abrakadabra 1, 2, 3, zauberhafte Narretei“. So lautet der magische Satz, den das Auditorium in der voll besetzten früheren TGMSV-Halle an der Weiskircher Straße erstmals zu hören bekam und der bis Aschermittwoch immer wieder deklamiert werden soll, wo immer der JSK Fassenacht feiert. Das Wichtigste war damit gesagt, die Show aber noch keineswegs zu Ende: Das neue Prinzenpaar, eine Woche zuvor feierlich gekürt, lernten die Giesemer Jecken offiziell kennen, feierten Anna Kuball und Lara Lehmberg als furioses Garde-Duett und erlebten acht „Footloose“-Tänzerinnen unter der Regie von Jasmin Caruso und Jana Ziegler mit ihrer neuen Choreografie. Der Elfer-Chor, im vergangenen Jahr zum ersten Mal aufgeboten, zeigte sich gut bei Stimme und den Schlussakkord stimmten – natürlich – die Giesemer Trottwa-Lersche an.

Bevor indessen der Adel und die erste Mannschaft der JSK-Fassenacht das Ruder übernehmen konnten, spielte sich in der Narren-Arena ein mitreißendes Drama ab. Nichts Magisches war den knapp 20 Akteuren heilig, als die dreiköpfige Hallenbaufindungskommission (HBFK), vom ehrgeizigen Vereinsvorsitzenden (Klaus Hoffmeister) und seinem nur geizigen Rechner (Götz Schwarz) losgeschickt, ihre Odyssee begann. Kosten darf’s so gut wie nichts, schnell gehen soll es und gigantisch prachtvoll soll der neue Sportcampus auch noch sein – eine Herausforderung, die Tina (Nicole Niehuisbernd), Günni (Matthias Lehmberg) und Mandy (Melanie Schubert) dem Okkulten in die Arme treibt.

Helfen kann Tante Maria Hilf (Carmen Hösbacher), die in ihrer Küche eine Menge von „Maggi“ versteht. Wer mit Grausen seine Instant-Suppe auslöffelt, wird mit dem Adressbuch der Magier von heute, morgen und vorgestern belohnt. Jetzt heißt es nur noch, den richtigen Zauberer zu finden, der ja auch etwas von Architektur verstehen und sich im Dschungel der Bürokratie auskennen muss. Dass auch noch ein böser Zauberer (Steffen Kuhn) dazwischen funkt und das ehrgeizige Projekt zu sabotieren versucht, macht den Job nicht leichter. Bevor er im finalen Zauberspruch-Duell frei nach J.K. Rollwald den Kürzeren zieht, macht der destruktive Konkurrent als Catweazel, Dumbledor oder parteiischer Juror beim Zauberschüler-Wettbewerb in Hogwarts mächtig Ärger.

Bilder: „Ufftakt“ in Jügesheim

Bilder zur Fastnacht in Rodgau: „Ufftakt“ in Jügesheim
Bilder zur Fastnacht in Rodgau: „Ufftakt“ in Jügesheim
Bilder zur Fastnacht in Rodgau: „Ufftakt“ in Jügesheim
Bilder zur Fastnacht in Rodgau: „Ufftakt“ in Jügesheim
Bilder: „Ufftakt“ in Jügesheim

Und noch dazu folgt bei der Suche nach dem richtigen Magie-Maestro ein Fiasko dem nächsten. Bibi Blocksberg (Christina Sturzenegger) schwebt zwar schwungvoll auf dem Besen ein und versichert, den neuen Stadtteil Rodgau 7 ganz alleine gehext zu haben, war aber dann doch nur für die Hundehütten zuständig. Die dunkle Priesterin (Tanja Lehmberg) erkennt Günni zu spät als Verbündete des Bösen und flüchtet angepiekt, nachdem die spitze Nadel das Hinterteil der Voodoo-Puppe getroffen hat.

Derart frustrierend geht es weiter für die HBFK. Siegfried und Roy (Stefan Mück und Frank Rebel) zerren zwar den weißen Tiger aus dem Jügesheimer Wald, bringen aber sonst nicht mehr viel zustande. Mit der Schönheitskur von Oil of Olaf – Äbbelkrozze, Selbstbräuner, Spundaös und Botox – sind Alraune und Damiana Flunker (Christina Sturzenegger und Carmen Hösbacher) viel zu beschäftigt, um noch ans Zaubern zu denken. Und die bezaubernde Jeanie (Götz Schwarz) entsteigt ihrer Flasche nur, um sich mit Major Nelson (Patrick Hösbacher) über die Hausarbeit zu zanken.

„Ufftakt“ beim JSK Rodgau: Bilder

Fastnacht bei der JSK Rodgau 2017/2018: Bilder
Fastnacht bei der JSK Rodgau 2017/2018: Bilder
Fastnacht bei der JSK Rodgau 2017/2018: Bilder
Fastnacht bei der JSK Rodgau 2017/2018: Bilder
„Ufftakt“ beim JSK Rodgau: Bilder

So haben die drei Hallenfindern ihrem Vereinschef am Ende nichts zu bieten als einen guten Rat: Halle bauen geht nur auf die altbewährte Weise: mit Handwerkern aus dem Ort. Und, ach ja, natürlich das Kampagnenmotto: „Abrakadabra 1, 2, 3, zauberhafte Narretei“. (zrk)

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