Maingau Energie verbessert ihr Netz im Rodgauer Norden / Eigentümer von Wiesen erhalten Entschädigung

Platz für neue Gasleitung gesucht

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Sorgfältig schweißt ein Mitarbeiter der Maingau Energie GmbH die Rohre zusammen. Nächste Woche wird der zweite Leitungsabschnitt in den Boden gelegt.

Hainhausen/Weiskirchen  - Eine neue Erdgasleitung soll Hainhausen und Weiskirchen verbinden, um das Gasnetz zu stabilisieren. Die Maingau Energie GmbH hat am Ortsrand von Hainhausen mit dem Bau begonnen. Bis zur Unterquerung der S-Bahn-Linie steht die Leitungstrasse fest.

Doch wie es auf der Weiskircher Seite weitergehen soll, ist noch offen. „Es wird immer schwieriger, Trassen zu finden“, sagt Georg Haß, der technische Leiter des Gasversorgers aus Obertshausen. Nicht überall gebe es öffentliche Straßen und Wege. Private Eigentümer seien nicht immer bereit, eine Leitung auf ihrem Grundstück zu erlauben, obwohl sie dafür Geld erhalten.

Bevor der Bagger anrücken kann, ist der Notar gefragt. Die Versorgungsleitung wird als so genannte Grunddienstbarkeit ins Grundbuch eingetragen. Die Maingau Energie bezahlt dem Eigentümer eine Entschädigung und trägt die Kosten für Notar und Amtsgericht. Die Bodenstruktur bleibt beim Bau praktisch unverändert: Da die Rohre eine Hülle aus Faserzementmörtel haben, werden sie ohne Schotter- oder Sandbett direkt in die Erde gelegt.

Die Arbeit geht fix: Zwei Tage nach dem Baubeginn am Montag sind die ersten 140 Meter Rohr schon verlegt, der Graben ist wieder zugeschüttet. „Wir arbeiten so, dass die Hauptwege immer befahrbar sind“, erklärt Georg Haß. Weil der Erdaushub vorübergehend am Feldrand gelagert wird, erhält der Landwirt eine Ausgleichszahlung - schließlich fällt die Ernte etwas geringer aus.

Leitungsbau im öffentlichen Interesse

Die neue Leitung wird etwa 1500 Meter lang. Sie soll die Rohre in der Offenbacher Landstraße mit der Gasdruckregelstation an der Hauptstraße 12 verbinden. Neben dem äußeren Ring des Versorgungsnetzes in Rodgau ist dann auch der innere Ring komplett. Der Vorteil: Die Kunden können auch dann ungehindert mit Erdgas heizen, falls einmal an irgendeiner Stelle eine Störung auftritt. Georg Haß spricht von „Versorgungssicherheit“ und „Netzstabilität“. Der Leitungsbau liege also im öffentlichen Interesse.

Vom Feldweg „Auf den Bruchgarten“ führt die Leitungstrasse am Parkplatz der neuen Kleingartenanlage vorbei bis zum Bahndamm, dann entlang der S-Bahn-Strecke nach Norden. Dann wird das Rohr unter dem Bahndamm hindurchgepresst. Wie es östlich der Bahn weitergehen soll, ist nur zum Teil klar. Neben öffentlichen Wegen sind die Leitungsbauer auch auf einige Privatgrundstücke angewiesen. Der genaue Verlauf der Trasse hängt davon ab, mit welchen Eigentümern der Gasversorger einig wird. Am liebsten würde die Maingau Energie die Rohre schnurgeradeaus bis zur Hauptstraße verlegen. Aber auch ein Zickzackkurs ist nicht ausgeschlossen. „So schnell wie möglich“ will Georg Haß die Rohre im Boden haben. Je näher der Herbst komme, umso schwieriger werde die Arbeit in den feuchten Wiesen.

Die Arbeiter baggern einen schmalen Graben, 50 Zentimeter breit und 1,20 Meter tief. Die Rohre haben einen Innendurchmesser von 20 Zentimetern. Sie sind für einen Druck von 16 bar zugelassen. Bevor die Leitung in Betrieb geht, werden Schweißnähte, Isolierung und Druckfestigkeit überprüft. „Das ist sicherheitstechnisch der höchste Standard“, sagt Georg Haß. Er muss es wissen: Vor Jahren arbeitete er als TÜV-Sachverständiger für Rohrleitsysteme.

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eh

Quelle: op-online.de

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