Mangel statt Überfluss

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Gestern lernten die jungen Leute in der Lebensmittelverteilstelle „Tante Emma“ einmal bitteren Mangel kennen.

Rodgau (bp) ‐ Gewöhnlich arbeiten die Azubis Christin Ilauski (18), Patrick Blank (20) und Sven Sierks (22) in den Lidl-Filialen Hainhausen und Babenhausen inmitten einer riesigen Warenvielfalt.

Regale und Einkaufswagen quellen fast über. Gestern lernten die jungen Leute in der Lebensmittelverteilstelle „Tante Emma“ einmal bitteren Mangel kennen. Lidl schickte die angehenden Einzelhandelskaufleute für einen Tag zur ehrenamtlichen Arbeit nach Jügesheim. Sie sollten dort als „persönlichkeitsbildende Maßnahme“ ihre eigene Situation bewusster kennen und schätzen lernen. Das erläuterte Lidl-Geschäftsführer Stephan Zimmermann.

Der Ausflug hinterließ nachdenkliche Lehrlinge. „Wir alle kennen Rodgau und leben zum Teil hier. Ich hatte aber nicht gedacht, dass es hier so viel Not gibt“, kommentierte Patrick Blank seine Erlebnisse. „Es ist schön zu helfen“, beschrieb Christin Ilauski ihre Gefühle. Und Sven Sierks kam zu dem Schluss: „Wir würden es sofort wieder machen!“ Vielleicht kommt es ja dazu. Sicher ist schon, dass die drei ihre Erkenntnisse vor Kollegen bei Lidl schildern werden. Denn der Lebensmitteldiscounter wird seinen Nachwuchs künftig regelmäßig zu „Emma“ schicken.

Auftakt dieses besonderen Ausbildungstags an der Schnittstelle zwischen Mangel und Überfluss war das Unternehmerfrühstück der Sparkasse Langen-Seligenstadt bei „Tante Emma“. Vorstand Alexander Roßkopf begrüßte gut 50 Gäste und erläuterte das Konzept der gemeinnützigen Einrichtung. Die Gäste hörten, dass 670 bedürftige Personen versorgt werden und die Beratungsangebote immer mehr an Kontur gewinnen. Gekommen waren Unterstützer wie Fegro, Bäcker Schäfer, Druckerei Hess, Lidl, Beetle School, die beiden Jügesheimer Kirchengemeinden, Katharina-von-Bora-Stiftung und andere. Sparkassenvorstand Jürgen Kuhn überreichte „Emma“ 3 000 Euro Spenden, Herbert Sahm vom TGS-Kabarett „En Haufe Leut“ tat es ihm gleich und übergab mit 3 000 Euro einen Teil des Erlöses der jüngsten Spielzeit. Auch die evangelische Kirchengemeinde spendete 3 000 Euro als Gründungsmitglied. Monika Cuzma von der Beetle School hatte bei ihrem Andalusischen Abend die Spendenbox füllen lassen und brachte 250 Euro mit.

Frank Lortz, Vorsitzender des Sparkassen-Verwaltungsrats, lobte die Einrichtung in den höchsten Tönen. „Emma“ sei „ein besonderes Schmuckstück“ und ein „Leuchtturmprojekt für die Region und ganz Hessen“.

Quelle: op-online.de

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