Der Mann fürs Grüne am Flughafen

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Damit Riesenvögel immer gute Sicht haben, sorgt der Weiskircher Bernd Beuchert bei der Fraport für dichte Rasenmatten neben den Rollbahnen.

Weiskirchen - Der Frankfurter Flughafen steht häufig mit seinen aktuellen Bauvorhaben in den Schlagzeilen. Emissionen und Fluglärm rufen seine Gegner auf den Plan. Von Andreas Pulwey

Für die neue Landebahn Nordwest verpflichtete sich der Flughafenbetreiber Fraport AG zu Ausgleichsmaßnahmen in der Natur. Innerhalb und außerhalb der Sicherheitszäune sorgt dagegen mit Bernd Beuchert ein Weiskircher für ein „grünes Gesicht“ des Flughafengeländes.

So ein Riesenvogel wie der Airbus A 380 wirbelt mit seinen Triebwerken jede Menge Staub auf. Wären da nicht Bernd Beuchert und sein 15-köpfiges Team, die ständig für eine geschlossene Rasendecke zwischen den Rollfeldern sorgten, hing permanent eine Staubglocke in der Luft über dem Airport.

Seit 1977 am Flughafen beschäftigt

Auf diesen 520 Hektar Flugbetriebsgrün zwischen den Rollbahnen, muss das Grün dicht vernetzt und verwebt sein, damit die Sicherheit auf den 6,9 Millionen m² Rollfeldfläche gewährleistet ist. Als Leiter des Grünflächen-Managements kümmert sich der 56-Jährige darüber hinaus um die 5,4 Hektar Dachbegrünung auf und um den Terminals herum. „Begrünte Dachflächen produzieren Sauerstoff und filtern Regenwasser“, so Beuchert, und nimmt einen Büschel des Mauerpfeffers in die Hand, der auf den Dächern gedeiht. „Der ist anspruchslos, speichert Wasser und ist resistent bei Hitze“, weiß Beuchert und verweist auf Brandschutzauflagen. Schließlich brennt die feuchtigkeitsspeichernde Pflanze nicht. Außerdem finden viele Insekten bei der extensiven Dachbegrünung reichlich Nahrung.

Auch die Grünflächen an den öffentlichen Straßen rund um den Airport fallen in den Zuständigkeitsbereich des Weiskirchers, der seit 1977 am Flughafen beschäftigt ist. 140 Hektar öffentliches Grün stehen auf seinem Pflegeplan und je nach Jahreszeit recken dort bunte Blumen ihre Köpfe aus dem Boden. Oder auch Thuja, die gerne von den Wildkaninchen abgenagt werden.

Kurve der Fluggastzahlen zeigt immer weiter nach oben

In den letzten Jahren hat die Fraport AG über 26 Millionen Euro für Ausgleichsmaßnahmen wie Aufforstungen in die Hand genommen. Ausgleichsmaßnahmen, die der Gesetzgeber für die Bauvorhaben Cargo-City Süd und die im Bau befindliche Landebahn Nordwest verlangt. Denn die Kurve der Fluggastzahlen zeigt immer weiter nach oben. 2010 gingen über 53 Millionen Passagiere durch die Frankfurter Terminals. Bis 2020 sollen es laut Fraport 88 Millionen sein.

Laut Bernd Beuchert hat sein Arbeitgeber deutlich mehr als die vom Gesetzgeber geforderten 280 Hektar aufgeforstet. 2 000 Hektar sind es an Aufforstungsflächen, zu denen auch Streuobstwiesen gehören.

Nach Rodgau sind seit dem Jahr 2000 insgesamt 325.000 Euro geflossen, rechnet Beuchert vor. Zu den größten Projekten des Flughafenbetreiber in Rodgau gehört eine 6,5 Hektar große Aufforstungsfläche im Osten Dudenhofens, auf der seit Herbst 2010 vorwiegend Stieleichen gesetzt wurden. Zu den 45.000 gepflanzten Gehölzen zählten auch Winterlinde, Feldahorn, Weißdorn und Roter Hartriegel, die einheimischen Tieren als Nahrung, Eiablageplatz und Schutz dienen werden.

Da die Bodendenkmalpflege am „Lettloch“ Überreste früherer menschlicher Besiedelung vermutete, gruben die Archäologen vor der Pflanzaktion nach alten Scherben.

Der Erfolg gab ihnen recht: In etwa 80 Zentimetern Tiefe stießen sie auf eine runde, dunkle Stelle. Darunter befanden sich die Überreste einer Urnenbestattung aus der Zeit zwischen 1200 und 1100 vor Christus. Ein Überraschungsfund, der durch seine Vollständigkeit bestach.

Bernd Beuchert ist übrigens nicht direkt für die Ausgleichsmaßnahmen zuständig. Das erledigt eine andere Abteilung. Sein Aufgabengebiet ist der Flughafen und das direkt daran angrenzende Gebiet. Dazu gehören Pflanzenpflege, Zäune freischneiden und Dachbegrünung.

Quelle: op-online.de

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