Der Mann, der rückwärts schreibt

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Klaus Möller (links) ist beim Schreiben ein Tausendsassa: Er schreibt nicht nur links- und rechtshändig, sondern beherrscht auch das flüssige Schreiben in Spiegelschrift. Der langjährige ZDP-Redakteur lieferte gestern vor laufender Kamera eine Kostprobe ab. Bildmitte: Gabor Vago.

Jügesheim (rob) - Wozu muss man spiegelverkehrt schreiben können? Eigentlich nur, wenn man der nächste „Superdupermegahammerhesse“ werden will.

Der Jügesheimer Klaus Möller (59) hat sich mit dieser außergewöhnlichen Fähigkeit bei dem Wettbewerb des Hessischen Rundfunks (HR) beworben. Gestern bekam er Besuch von einem Filmteam um HR-Reporter Gabor Vago.

„Liebe Leser der Offenbach-Post...“: Der Text in Spiegelschrift.

Der pensionierte ZDF-Redakteur musste vor laufender Kamera einen Text in Spiegelschrift niederschreiben. Dabei war er sogar schneller als sein Freund Hans Pickert, der in „Normalo-Schrift“ schrieb, wie der HR-Reporter es nannte.

Sein ungewöhnliches Talent hat Klaus Möller mit etwa zehn Jahren entdeckt. Aus Neugierde hatte er damals probiert, spiegelverkehrt zu schreiben. Es war ihm auf Anhieb gelungen. „Vielleicht bin ich als Kind mal auf den Kopf gefallen, aber trainiert habe ich nie dafür“, sagt er mit einem Grinsen im Gesicht.

Ernsthaft genutzt hat er die Spiegelschrift in der Schule. Für einen ungeliebten Lehrer musste er einen Aufsatz schreiben, Klaus Möller schrieb in Spiegelschrift, der Lehrer gab ihm eine glatte Sechs. Ein gnädiger Referendar nahm sich damals der Sache an und handelte mit dem Direktor eine Drei aus. Ärger mit dem Lehrer gab es danach nie wieder.

Spaß für Kinder und am Stammtisch

Später schrieb der Jügesheimer für seine Kinder in Spiegelschrift. Es machte ihnen Spaß, das Geschriebene vor dem Spiegel oder einer Lampe zu entschlüsseln. Auch am Stammtisch ist Möllers Talent immer wieder gern gesehen.

Für den „Superdupermegahammerhessen“ hat er sich beworben, nachdem er dort ein Mädchen gesehen hatte, das fließend rückwärts sprechen kann. Klaus Möller geht es jedoch nicht unbedingt um den Titel. „Ich würde gerne wissen, ob es noch mehr Leute gibt, die das können. Und ich würde mich freuen wenn sie sich bei mir melden würden“, sagt er.

Der Wettbewerb hat letzte Woche begonnen, das Finale ist am Freitag. Heute früh können die Zuhörer von HR 3 ihre Stimmen für den Jügesheimer abgeben. Der Filmbeitrag ist heute ab 18 Uhr in der Sendung „Maintower“ zu sehen.

Quelle: op-online.de

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