fast zwei Jahre in 18 Ländern unterwegs

Reisen ist gut gegen Vorurteile

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Nach ihrer fast zwei Jahre dauernden Weltreise sind Manuela Gebhardt und Thomas Guthmann wieder zurück in Rodgau. Mehr über ihre Tour unter: http://www.thomasguthmann.de/ 

Rodgau - 688 Tage lang waren Thomas Guthmann und Manuela Gebhardt auf Weltreise. Durch ihre Reiseberichte ließen die beiden 35 Jahre alten Biologen unsere Leser teilhaben an ihren beeindruckenden Erlebnissen. Von Simone Weil 

Seit einem halben Jahr sind sie wieder daheim in Rodgau und erzählen nun, wie es ihnen ergangen ist. Für viele Menschen ist Reisen ein großer Traum. Thomas Guthmann und Manuela Gebhardt haben ihren Wunsch wahr gemacht. Der abenteuerlustige Rodgauer und seine aus Berlin stammende Lebensgefährtin hatten ihre Jobs gekündigt und waren fest entschlossen, die Welt mit eigenen Augen kennenzulernen (wir berichteten). Sie waren so lang unterwegs, wie ihr Geld reichte.

Sie haben 18 Länder auf sechs Kontinenten bereist und 90 Stunden im Flieger verbracht, sind 1181 Kilometer gewandert und haben 205 Tage mit mehr als zehn Stunden Regen überstanden. Dafür haben sie Australien, Tasmanien, Neuseeland, Kanada, Alaska, USA, Argentinien, Antarktis, Chile, Bolivien, Peru, Ecuador, Galapagos, Island, Schweden, Finnland und Norwegen gesehen.

Was das gekostet hat? „Andere würden sich dafür einen Neuwagen kaufen“, antwortet Thomas Guthmann. Allerdings liegt nicht jedem diese spartanische Art des Reisens mit Übernachtungen im umgebauten Auto oder im Zelt. Das allerdings hat den Biologen viel Freiheit und Unabhängigkeit ermöglicht. Auf ein nettes Zimmer und ein Badezimmer haben sie verzichtet, auf abwechslungsreiche Mahlzeiten auch. Oft habe es Spaghetti mit Tomatensoße oder Reis mit Bohnen gegeben, erzählt Manuela Gebhardt.

Die beiden, die seit fünf Jahren ein Paar sind, haben fast zwei Jahre lang 24 Stunden am Tag miteinander verbracht. Auf engstem Raum. „Wir haben uns nicht gestritten und sind uns nicht auf den Keks gegangen“, lautet die einhellige Einschätzung. Die Reise hat viel in Bewegung gesetzt und neue Themen angestoßen: Denn unterwegs war auch viel Muße, um nachzudenken. Die Tour sei in vielerlei Hinsicht eine absolute Bereicherung gewesen, meinen die beiden. Viele Ansichten hätten sich verändert. „Und vor allem hilft Reisen gegen Vorurteile“, ist Manuela Gebhardt überzeugt.

Sie selbst ist beispielsweise zur Vegetarierin geworden und vom Fliegen wollen beide zunächst mal Abstand nehmen. „Wandern, schöne Landschaften genießen und Tiere beobachten kann man in Deutschland und Österreich auch“, finden die Rückkehrer.

Gut versorgt unterwegs: Das gehört in die Reiseapotheke

Froh ist das Paar, das ihre Weltreise ohne allzu große Komplikationen verlaufen ist: Es gab keinen Unfall, es wurde nichts gestohlen und es ging nichts verloren. Das Schlimmste war eine Lebensmittelvergiftung, die sich Thomas Guthmann am Karfreitag auf den Galapagos-Inseln ereilte. Der Grizzly, auf den sie beim Wandern gestoßen waren, war offensichtlich genauso erschrocken wie sie und machte schleunigst die Biege.

Jetzt gilt es, am Wohnort Weiskirchen wieder richtig Fuß zu fassen und bald wieder neue Arbeitsplätze zu finden. Die ehemaligen wissenschaftlichen Mitarbeiter sind es gewohnt, mit Zeitverträgen beschäftigt zu werden. Die hatten sie vor ihrer Auszeit einfach auslaufen lassen. Alles andere wie die Kündigung von Versicherungen und sogar der Krankenversicherung war von langer Hand geplant gewesen. Nach der Rückkehr machte Bürokratie den reiselustigen Biologen gleich wieder das Leben schwer: von der Mülltonne bis zur Versicherung musste alles ganz schnell gehen.

Quelle: op-online.de

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