Marion Menkel-Bodelle fördert und hilft

Seit 25 Jahren Mitarbeiterin in der Kita 7

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Nur mit der Sanduhr an den Computer: Damit die Jungs nicht zu lange vorm PC sitzen und auch mal die Mädels drankommen.

Hainhausen - Kindertagesstätten sind Bildungseinrichtungen, in denen die unterschiedlichen Fähigkeiten und Bedürfnisse des Nachwuchses gefördert werden. Mit Stuhlkreis und angeleiteter Beschäftigung hat das längst nichts mehr zu tun. Von Simone Weil 

Marion Menkel-Bodelle arbeitet über 30 Jahre als Erzieherin und seit 25 Jahren in der Kita 7. Wir durften sie begleiten. Gemütlich sieht es aus im „Rabennest“. Kleine Rückzugszonen ermöglichen dem Nachwuchs verschiedene Beschäftigungen. Gerade frühstücken noch ein paar Kinder, während andere schon beim Malen sind. Auch draußen im Garten sind Jungen und Mädchen unterwegs, sammeln zum Beispiel Laub ein in einem kleinen Wägelchen oder spielen Ball.

Insgesamt besuchen 95 Kinder die fünf Gruppen der städtischen Einrichtung in Hainhausen. Eben ist reichlich Geschirr zu Bruch gegangen, weil der Stapel schief auf dem Wagen stand.

Obwohl es ein eher ruhiger Vormittag gewesen sein soll, haben die drei- bis sechsjährigen Persönchen dafür gesorgt, dass Marion Menkel-Bodelle und ihre Kollegen alle Hände voll zu hatten.

Kannst du? Hast du? Wo ist? Die Liste der Fragen ist lang, die die Kinder an Monika Menkel-Bodelle haben. Nun wollen die Jungs an den Rechner: Die Erzieherin stellt den Knaben eine der Sanduhren hin, damit es später keinen Ärger gibt, wenn die wieder das Feld räumen müssen, damit der Nächste auch noch drankommt. Stundenlang zocken ist nicht. Beim Benutzen werden die Kinder von den Erziehern begleitet. „Alle Kinder erlernen erste Schritte im Umgang mit dem PC“, erklärt die Betreuerin. Schließlich komme man daran nicht mehr vorbei.

„Die meisten Kinder wissen ganz genau, was sie tun wollen, wenn sie hierherkommen“, verrät Marion Menkel-Bodelle. Sie schaut gerade den kleinen Bastlerinnen über die Schulter, da gibt es in der Sofaecke Knatsch: An der großen Kiste sollen nicht alle mitmalen, heißt es. Schließlich sei es ja ihre Idee gewesen, meint ein Mädchen. „Das ist zwar nicht schön, aber dann musst Du Dir jetzt was Anderes suchen“, sagt die Erzieherin zu Farina, die jetzt ein bisschen schmollt.

Eine kleine Auszeit in der Hängematte, spielen mit Legosteinen oder Einkaufen fürs nächste Frühstück – der Vormittag vergeht im Flug. Jedes Kitakind darf machen, was es will. „Und wir helfen ihnen dabei, das zu ermöglichen“, umreißt Marion Menkel-Bodelle ihre Aufgabe. Sie ist davon überzeugt, dass es wichtig ist, auf die unterschiedlichen Fähigkeiten und Bedürfnisse der Jungen und Mädchen einzugehen, sie individuell zu begleiten und zur Selbstständigkeit zu erziehen. Mit verordneter Beschäftigung für alle Kinder zur gleichen Zeit hat das längst nichts mehr zu tun. „Die Aufgaben haben sich verändert, sonst wäre ich heute auch nicht mehr hier“, meint die Erzieherin.

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Die Pädagogin sortiert die Buntstifte wieder nach Farbtönen und stellt die Gläser auf den Tisch. „Das gehört auch zu unseren Aufgaben, die Materialien ansprechend zu präsentieren, damit die Kinder überhaupt erst mal auf die Idee kommen, sie zu benutzen“, erklärt sie. Dazu gehört auch, die Kinder zu einem pfleglichen Umgang mit den Utensilien anzuhalten. Deswegen ermahnt die Betreuerin die Malerinnen, nicht nur einen Strich aufs Papier zu machen und es dann gleich wegzuwerfen.

Pauline (4) möchte jetzt gerne ihren persönlichen Ordner zeigen, in dem besondere Momente in der Kitazeit festgehalten werden. Außer vielen Fotos ist auch ein Interview abgelegt, in dem das Mädchen gefragt wird, was sie ändern möchte in ihrer Kita: nichts.

Quelle: op-online.de

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