Segen von Gott und den Eltern

+
Die Gemeinde, Verwandte, Freunde und zahlreiche Amtsbrüder begleiteten Neupriester Martin Sahm von seinem Elternhaus zur St. Nikolaus-Kirche.

Jügesheim (lö) - 31 Jahre nach Hermann Differenz feierte erstmals wieder ein junger Priester aus Jügesheim seine Primiz. Martin Sahm war am 23. Juni von Kardinal Karl Lehmann in Mainz zum Priester geweiht worden.

Gestern stand er dann zum ersten Mal vor der St. Nikolaus-Gemeinde, in der er Messdiener und Mitglied im Pfarrgemeinderat war.

Die St. Nikolaus-Seelsorger Pfarrer Wendelin Meissner Johann Kotschner, Pfarrer Hermann Differenz, viele Pfarrer, die früher Kaplan in Jügesheim waren, sowie Mitbrüder aus dem Priesterseminar hatten Martin Sahm kurz nach 10 Uhr an seinem Elternhaus im Ostring abgeholt. Das Weihwasser gibt"s doppelt, scherzte Wendelin Meissner, als es just in diesem Moment zu regnen begann. Meissner legte seinem neuen Kollegen symbolisch das mit einem blauen Kreuz bestickte Messgewand an. Zuvor hatte sich Martin Sahm vor seinen Eltern Ingrid und Alois nieder gekniet und ihren Segen empfangen - ein ebenso persönlicher wie bewegender Moment an einem so wichtigen Tag.

TGS-Musikzug, Verwandte, Freunde

Der TGS-Musikzug, Verwandte, Freunde und viele Jügesheimer Katholiken begleiteten den 31-Jährigen zu seinem ersten Gottesdienst in der proppenvollen St. Nikolaus-Kirche. Martin Sahm hatte das Hochamt und die Primizvesper am Nachmittag unter das Lukas-Wort „Und wenn du dich wieder bekehrt hast, dann stärke deine Brüder.“ gestellt.

Vor der Prozession hatten die Eltern, Alois und Ingrid Sahm, ihren Sohn gesegnet.

Die Predigt hielt - so ist"s bei einer Primiz Tradition - nicht die Hauptperson, sondern ein Wegbegleiter. Kaplan Michael A. Leja blies in die Schiedsrichterpfeife und ging der Frage nach, warum sich ein junger Mann ins Abseits stellt und den Priesterberuf ergreift, der ihm zeitlebens eine Familie verweigert. Leja sprach viele der Probleme an, die der Kirche unter den Nägeln brennen und letztlich junge Männer abschrecken. Vielleicht wächst da ja eine Priestergeneration heran, die diese Probleme offensiver angeht - ohne sich ins Abseits zu stellen. Martin Sahm hatte sich vor einigen Wochen gegenüber unserer Zeitung zu den Missbrauchsfällen innerhalb der Kirche geäußert. Er sei froh, dass sie aufgedeckt sind und die Vertuscherei ein Ende hat.

Empfang zu Ehren des Neupriesters

Nach dem Gottesdienst gab die Gemeinde im Haus der Begegnung einen Empfang zu Ehren des Neupriesters. Yvonne Hartelt, die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, dankte vor allem Johannes Busch und den TGS-Musikern, dem Kirchenchor Cäcilia unter der Leitung von Dr. Diethelm Schlegel, Regionalkantorin Regina Engel, Kantor Sebastian Lang, der Schola des Priesterseminars in Mainz und Organistin Lucia Herdt-Oechler. Ansonsten blieb"s bei kurzen Grußworten, damit mehr Zeit zur Begegnung war.

Martin Sahm wird nach der Primiz Kaplan in der Pfarrei Johannes XXIII. in Viernheim. Wir fragten ihn, ob er eines Tages in Jügesheim die Nachfolge von Wendelin Meissner antreten werde. Martin Sahm: „Aller Wahrscheinlichkeit nach nicht. Denn nur im Notfall wird man Pfarrer in seiner Heimatgemeinde.“

Quelle: op-online.de

Kommentare