Maschinenpark für Handwerker

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Thomas Rieth führt in seinen neuen Räumlichkeiten eine sogenannte Formatkreissäge vor. Mit ihr können Schreiner millimetergenau arbeiten.

Rodgau - Ein Blick in das neue Domizil des Unternehmens Rieth Maschinenhandel lässt die Handwerker-Herzen höher schlagen - von Profis und Hobbybastlern: Riesige Maschinen stehen in den Hallen, Schlagschrauber, Winkelschleifer, Stichsägen und Bohrmaschinen zieren Wände in anderen Räumen. Von Marc Kuhn

Sie stammen von den Firmen Makita und Festool. „Das sind die Marktführer“, sagt Thomas Rieth. Zwar können auch Hobby-Handwerker bei ihm einkaufen. Der Preis dürfte sie aber wohl eher abschrecken. Ein Akku-Schrauber könne schon mal 500 Euro kosten, erklärt der Geschäftsführer. Seine Kundschaft besteht vorwiegend aus Handwerksbetrieben. „Wir verkaufen Verarbeitungsmaschinen für Holz und Kunststoffe“, berichtet Rieth. Kürzlich ist er mit seinem vor zehn Jahren gegründeten Unternehmen von Erlensee nach Rodgau gezogen. Für rund 400 000 Euro sind die Hallen an der Hans-Böckler-Straße umgebaut worden. „Der Umzug war ein Highlight“, sagt Rieth. „Wir haben jetzt einen schicken Laden. “ Zufrieden zeigt sich der Geschäftsführer noch aus einem ganz anderen Grund: Die Firma hatte er mit Peter Väth gegründet. Als der heute 54-Jährige 2009 einen Schlaganfall erlitt, konnte er nicht mehr in Erlensee arbeiten. Da Rodgau aber viel näher an seinem Wohnort liegt, kann Väth wieder ein paar Aufgaben übernehmen. .

In den Hallen stehen große Maschinen, die Rieth den Handwerkern vorführt. Beliefert werden unter anderem Schreiner, Behindertenwerkstätten und die Schreinereien in Banken. Sie befinden sich in einem Radius von etwa 100 Kilometern rund um Frankfurt. Etwa 250 Maschinen verkauft Rieth mit seinen zehn Angestellten im Jahr. Zwei weitere Mitarbeiter stoßen im Januar zu dem Team. Gebrauchte Maschinen würden auch schon mal ins Ausland verkauft, zum Beispiel nach Neuseeland, erläutert der Geschäftsführer. Sie würden oft beim Kauf neuer Produkte in Zahlung genommen und in der eigenen Werkstatt überarbeitet, sagt Rieth. „Das ist wie beim Autokauf.“

„Wir liefern, montieren, nehmen in Betrieb und warten“, berichtet er weiter. Stolz steht Rieth in seiner neuen Halle. „Das ist unsere Heimat.“ Er führt eine Fünf-Achs-Maschine vor, mit der ein Stück Holz in allen Richtungen gefräst werden kann. Mit einem sogenannten Bohrzentrum können Löcher für Schränke ins Holz getrieben werden. Mit einer Kantenleimmaschine werden - wie ihr Name vermuten lässt - zum Beispiel Einlegebretter beklebt. Aber auch große Breitband-Schleifmaschinen können Kunden vorgeführt werden. Zudem stehen sogenannte Formatkreissägen in verschiedenen Größen in der Ausstellung, für die Handwerker bis zu 35 000 Euro auf den Tisch legen müssen. Computergesteuert arbeiten sie millimetergenau - ein Handwerker bearbeitet heutzutage eben nicht mehr alles von Hand.

Rieth bezieht seine Maschinen von verschiedenen Herstellern, vorwiegend aus Deutschland. Er plant, berechnet und montiert mit seinem Team auch umfangreiche Anlagen, mit denen die beim Bearbeitungsvorgang anfallende Späne abgesaugt wird. Darüber hinaus organisiert der gelernte Schreiner auch die Finanzierung der Maschinen für seine Kunden.

Mit der Geschäftsentwicklung zeigt sich Rieth zufrieden. Sein Unternehmen wolle „nicht groß expandieren, das gibt der Markt nicht her“, erklärte er weiter. Auswirkungen der Schuldenkrise in Europa spürt Rieth ebenso wenig wie die Rezession vor drei Jahren. In Zeiten, in denen die Menschen um ihr Geld bangen, investieren sie eher in Häuser und Wohnungen, meint der Geschäftsführer. Davon profitieren Handwerker - und ihre Zulieferer.

Quelle: op-online.de

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