Wie halten es Eltern mit dem Impfen?

Masern auf dem Vormarsch

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In diese Liste trugen sich die Teilnehmer der kleinen Umfrage ein und beantworteten die Fragen. Darauf konnten die Eltern auch ihre Meinung allgemein zum Thema kundtun.

Rodgau - Masernalarm: Die Zahl der Erkrankten steigt weiter. Gesundheitsämter rufen zum Impfen auf. Doch kommen Eltern dieser Aufforderung auch nach? Wie wappnen sich Kitas und Schulen gegen einen möglichen Ausbruch der Krankheit? Wir haben uns in Rodgau umgehört. Von Nadja Scherff 

Gesundheitsämter warnen: Die Zahl der Masererkrankungen steigt. In Hessen sind inzwischen 41 Fälle gemeldet. Trotz der brisanten Nachricht scheint die Infektionskrankheit Eltern in Rodgau noch nicht zu beunruhigen. Bislang sei das Thema unter der Elternschaft noch nicht aufgekommen, berichtet Ingrid Löw, Schulleiterin der Nieder-Röder Grundschule „Am Bürgerhaus“. Sobald mehrere Kinder an Masern erkranken, wird wie bei allen anderen ansteckenden Krankheiten einem Notfallplan Folge geleistet.

Laut Stadt Rodgau sieht dieser die sofortige Meldung beim Gesundheitsamt sowie die Informierung der Eltern vor. Die Erkrankung eines Kindes könnte schon ausreichen, eine ganze Einrichtung schließen zu lassen. Das Kreisgesundheitsamt Offenbach entscheidet über die Schließung und das weitere Vorgehen. Um diesem Ernstfall vorzubeugen seien „Impfungen wichtig, die eine Ansteckung unterbinden und diese Kinderkrankheit endlich eindämmen“, sagt die Jügesheimerin Anette Gerbig, Mutter des fünfjährigen Anton. Sie holt sich Informationen zu Impfungen direkt vom Kinderarzt.

Sandra Schmidt hat ihre Tochter Lia impfen lassen.

Auch die zweifache Mutter Sandra Schmidt findet, dass „vor allem im Wartezimmer eine große Ansteckungsgefahr lauert“ und plädiert daher für Pflichtimpfungen vor dem Eintritt in den Kindergarten. Ihre beiden Kinder seien konsequent geimpft. Sie selbst war als Kind an Masern erkrankt. Dr. Andreas Hinkel, Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin in Nieder-Roden, weiß um dieses hohe Risiko in Wartezimmern und überprüft bei der Untersuchung von Neugeborenen auch gleich den Impfschutz der Eltern.

Vor allem der enge Austausch mit den Eltern ist auch Friedrun Trautmann, Schulleiterin der Münchhausen-Schule in Hainhausen wichtig. Zu Jahresbeginn werde in einem Rundschreiben über ansteckende Krankheiten informiert, erläutert die Rektorin. Wie halten’s Eltern mit dem Impfen? Die Leitung der katholischen Kindertagesstätte St. Nikolaus in Jügesheim war so freundlich, unserer Zeitung eine kleine Umfrage zu diesem Thema unter Müttern und Vätern zu gestatten.

Anette Gerbig ist froh, dass Sohn Anton geimpft ist.

Am Schwarzen Brett der Kita an der Landwehrstraße hing als Information ein Bericht aus unserer Zeitung über den Masernalarm in Hessen, daneben eine Liste zum Eintragen. Die Fragen darauf lauteten: Ist Ihr Kind geimpft? Wie informieren Sie sich über Impfungen? Sollte die Masernimpfung verpflichtend zur herkömmlichen Vorsorgeuntersuchung gehören?Das Ergebnis: Mehrheitlich bestätigten die Eltern, dass ihre Kinder bereits gegen das Virus geimpft wurden. Eine Vielzahl spricht sich zudem für eine verpflichtende Masernimpfung mit der Vorsorgeuntersuchung aus. Denn durch einen starken Impfschutz der Bevölkerung sind auch nicht geimpfte Kinder weniger gefährdet.

Mediziner bezeichnen dies als Herdenimmunität. Säuglinge, die noch zu jung für Impfungen sind oder Kinder mit einem geschwächten Immunsystem würden die Impfung nicht vertragen und müssen darauf hoffen, dass ihr Umfeld gegen die Krankheit geschützt ist.

Einige Eltern lassen ihre Kinder aus Überzeugung oder Angst vor Impfkomplikationen nicht impfen. Impfskeptiker verweisen darauf, dass man sich weitere Krankheiten mit dem Impfstoff einfangen könne. Also wird nicht geimpft. Die dadurch verursachten Impflücken können allerdings zu einer weiteren Verbreitung der Masern beitragen.

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Quelle: op-online.de

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