Motorradrennfahrer Maximilian Moutschka

Deutscher Meister aus Rodgau: Im Rennen am Limit

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Maximilian Moutschka ist drauf und dran, deutscher Meister in der 600er-Klasse der deutschen Rundstrecken-Championship zu werden. Seine Yamaha ist auf der Geraden 270 Sachen schnell. In der Werkstatt (im Hintergrund) macht Moutschka sie fit.

Rodgau - Rodgau ist bald um einen deutschen Meister reicher. Motorradrennfahrer Maximilian Moutschka ist der Titel bei aktuell 80 Punkten Vorsprung auf den Zweiten nicht mehr zu nehmen. Von Bernhard Pelka

Am Wochenende 28. bis 30. Juli scheint im Rennen der 600er-Klasse der deutschen Rundstrecken-Championship in Dijon der Titel wohl nur noch Formsache zu sein. Maximilian Moutschka hat Benzin im Blut. Schon als Kind begeisterte ihn der Motorradrennsport. Ein Onkel machte es ihm vor. Bis er auf eine Rennmaschine steigen konnte, musste er allerdings volljährig werden. Denn seine große Leidenschaft musste der Motorsportler sich von Anfang an selbst finanzieren. Auf Rennrollern fing die Karriere des heute 31-Jährigen an. Inzwischen steuert er eine pfeilschnelle Yamaha R6 mit bis zu 270 Sachen im Tiefflug auf der Geraden. Etwa 135 Pferdestärken holt das rund 170 Kilogramm leichte Sportgerät aus 600 Kubikzentimeter Hubraum.

Diese Höchstleistung will beherrscht sein. Fahrgefühl, Mut und Ehrgeiz reichen dafür nicht aus. Ganz Profi, achtet der Kfz-Meister deshalb sogar auf seine Ernährung und besonders auf seine Fitness. „Ich gehe zum Beispiel viermal die Woche laufen.“ Moutschka startet heute für den Berliner Rennstall von Daniel Bergau in der Stk-600-Klasse, der zweitstärksten Serie der 600er-Klasse in Europa. Bergau war es auch, der dem frisch gebackenen Familienvater die Tür zum Rennsport öffnete. Unterdessen hat der junge Mann seine dritte Saison absolviert und schickt sich an, in der 1. Liga, der internationalen deutschen Motorradmeisterschaft, mitzufahren.

In seiner kleinen Werkstattgarage in Dudenhofen schraubt er an seiner Maschine, wechselt Reifen und Bremsscheiben, tauscht das Öl aus und stellt Dämpferelemente penibel genau ein, repariert, verbessert und stimmt ab. Während der Rennen stellt dann freilich sein Stall ihm einen Experten zur Seite. Zuhause aber wartet trotzdem noch viel Arbeit. Hart sind auch die Rennwochenenden. Freitags muss der begeisterte Rennsportler im Mercedes-Betrieb in Neu-Isenburg meist freinehmen, um das Pensum zu schaffen. Dann wird das Renngerät auf den Hänger geladen und es geht meist Hunderte Kilometer auf die Piste bis zum Renn-Ort.

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Auch dort gibt es kaum Pausen. Immerhin sind zwei Läufe pro Rennen zu absolvieren. „Eigentlich ist es oft eine Quälerei, was man da macht“, sagt der Yamaha-Pilot. „Aber es lohnt sich.“ Der Rausch der Geschwindigkeit, der Wille, am schnellsten zu sein und die Faszination, in Schräglage („Auf dem Knie“) am Limit zu fahren, treiben ihn an. Stürze und Verletzungen bleiben da nicht aus. Moutschkas linke Schulter war schon zweimal komplett zertrümmert, sodass nur Knochentransplantationen halfen. Gebrochen war auch das linke Sprunggelenk. „Auf der Straße zu fahren, ist aber viel gefährlicher“, meint der gebürtige Fürther. „Auf der Rennstrecke habe ich Auslaufzonen, dort kommt mir kein Trecker plötzlich entgegen und ich habe keine Leitplanken.“

Schwierig ist die Sponsorensuche. Geld bekommt der angehende deutsche Meister gar keines, lediglich Sachwerte. „Deutschland ist eben ein Autoland. Der Motorradsport ist lange nicht so populär wie zum Beispiel die Formel 1“, sucht der Rennfahrer nach einer Erklärung. Das alles kann ihn indes nicht davon abhalten, Zeit, Geld und im schlimmsten Fall (was niemand hoffen mag) sogar seine Gesundheit in den Rennsport zu investieren. „Das nimmt man in Kauf.“

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Quelle: op-online.de

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