Politik will beim „Medicum“ Taten sehen

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Rodgau - Die etwa 80 Ärzte, die die Notdienstzentrale betreiben, stehen im Prinzip zum geplanten Umzug der Zentrale von Dudenhofen in das neue Ärztehaus „Medicum“. Das Ärztehaus müsse nur „in angemessener Zeit“ bezugsfertig sein. Die Mediziner verstehen darunter zwei Jahre.

Überdies kommt ein Umzug „nur zu angemessenen Konditionen“ in Frage. Das hat die Ärzteschaft in ihrer jüngsten Vollversammlung beschlossen.

Grundsätzlich müsse über eine strukturelle Reform der Zentrale nachgedacht werden, sagt Dr. Hubert Kremer, Obmann der Rodgauer Ärzte. Dies müsse auch die Dienstzeiten und das Jahresdefizit von bis zu 200.000 Euro betreffen. Sofern im „Medicum“ die Bedingungen stimmen, bleibe die Zentrale in Rodgau. Andernfalls komme eine Kooperation mit der Notdienstzentrale Seligenstadt in der Asklepios Klinik in Frage.

Eisiger Wind

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Unterdessen bläst dem Bauherrn des „Medicum“, dem Dietzenbacher Investor Uwe Werkmann, wegen der baulichen Verzögerungen ein eisiger Wind ins Gesicht. Der SPD-Ortsverein Nieder-Roden verlangt in einer Presseerklärung vom Investor der zurzeit brachliegenden Baustelle die Einhaltung der mit der Stadt geschlossenen Verträge. „Eine längere Hängepartie können wir uns nicht leisten“, unterstreicht der Vorsitzende Andreas Lämmermann. Mit einem Verzicht von rund 40 Euro je Quadratmeter gegenüber dem Gutachterpreis habe die Stadt bei dem Grundstücksgeschäft mit Werkmann ihre Vorleistung für das Projekt erbracht. Im Gegenzug billigten die Stadtverordneten einen Passus im Kaufvertrag einhellig, wonach eine Fertigstellung innerhalb von zwei Jahren nach Baugenehmigung gefordert ist. „Zusätzlich bestand die Stadt auf Zustimmungs- und Mitwirkungsrechten bei Planungs- und Nutzungsänderungen. So soll bei einer unter 50% liegenden medizinischen Nutzung eine Kaufpreiserhöhung greifen. Alternativ wurde ein Wiederkaufsrecht beschlossen, das auch im Falle der Nichterfüllung oder Insolvenz zum Zuge kommen kann“, erläutert Lämmermann.

Zu fragen ist aus SPD-Sicht auch, ob der von Uwe Werkmann geplante Verkauf der Immobilie in der Projektphase gegen den Geist der Ausschreibung und Vereinbarung verstoße. Nicht zuletzt sei der Bau als Zentrumsfunktion für den Stadtteil Nieder-Roden enorm wichtig. Einen substanziellen Entwicklungsschub für den Puiseauxplatz erhofften sich dort die Eigentümer leerstehender Ladenlokale.

bp

Quelle: op-online.de

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