Fest für OP-Zusteller

Zeitung ist Herzenssache

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Rodgau - Während die meisten Bürger in unserer Region noch ihren wohlverdienten Schlaf genießen, sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Mediengruppe Offenbach-Post schon hellwach.

Darunter 500 Zusteller, die bei Wind und Wetter täglich Tausende Zeitungen pünktlich zum Frühstück vor die Haustüren liefern.

Zahlreiche eigene Titel der Mediengruppe und viele Fremdprodukte von Verlagen in Rhein-Main füllen die Satteltaschen, Rollkoffer und Handwagen der Zeitungsträger. In der Regel sind sie mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs. Wochenende frei? Fehlanzeige! Geliefert wird an allen Tagen. In Spitzenzeiten erreichen an einem einzigen Morgen bis zu 20 Tonnen bedrucktes Papier per pedes die Kunden. Und das in aller Herrgottsfrühe, bei Eis, Schnee, Regen, Sturm: eben bei jedem Wetter.

Alle zwei Jahre ehrt die Verlagsspitze diese außergewöhnliche Leistung mit dem Trägerfest, mit einer Einladung zu gutem Essen bei guter Unterhaltung in einer schönen Umgebung. Am Wochenende führte dieses Fest die Mitarbeiter an einen bekannten Platz: die Waldfreizeitanlage an der Gänsbrüh in Rodgau-Dudenhofen. Dort hatte die große Trägerfamilie schon vor zehn Jahren einmal fröhlich gefeiert.

Alle zwei Jahre feiert der Verlag seine Träger

Die Mannschaft von „Catering Kuhn“ aus Seligenstadt-Klein-Welzheim hatte mit Liebe zum Detail und Gespür fürs Schöne aus rustikalen Äppelwoi-Garnituren schmucke Tafeln gemacht.

Weiße Tischdecken, blühende Margeriten als Tischschmuck, Kerzen und mehr: Die Dekoration konnte sich wirklich sehen lassen. Da kamen gute Laune und Gemütlichkeit schnell auf - auch dank der freundlichen Bewirtung durch den Männerchor Dudenhofen und den Partnerschaftsverein Dudenhofen-Nieuwpoort.

Vertriebsleiter Burghard Aul hieß viele Gäste mit Handschlag persönlich willkommen. Verlagsleiter Thomas Kühnlein und Chefredakteur Frank Pröse plauderten mit den Besuchern. Ausdrücklich dankte Aul bei der Eröffnung des Fests mit Blick auf den vergangenen harten Winter für das große Engagement. Auch ermunterte er zu Tanzeinlagen zur Musik des Duos „Two 4 fun“ (Marcus Schwab aus Ober-Roden und Richy Dee aus Altenstadt).

Der Geschäftsführer der Vertriebsgesellschaft weiß genau um die täglichen Herausforderungen an seine Zusteller. Glatteis, die vielen verschiedenen Varianten der Abonnements, diverse Kündenwünsche, wo die Zeitung liegen soll: „Es ist nicht immer einfach“, sagt Aul anerkennend. Und trotzdem möchte wohl keiner der Träger seinen Job vermissen. Viele halten der Mediengruppe Offenbach-Post seit Jahrzehnten die Treue. „Wenn ich das nicht hätte, würde ich eingeh’n wie ein Kaktus“, beschreibt zum Beispiel Barbara Eckert, wie sehr ihr Herz an der Morgenbeschäftigung hängt. Auch noch mit 82 Jahren liefert die rüstige Rentnerin unseren Kunden in Froschhausen die tägliche Lektüre. Seit 44 Jahren ist sie in der Offenbacher Landstraße, Im Erlig und Am Sandborn unterwegs. Ab 2.30 Uhr beginnt die Frühschicht: 200 Mal die Offenbach-Post und verschiedene andere Zeitungen. Ans Aufhören denkt die robuste Frau nicht im Entferntesten. „Für mich ist das Sport. Ich mach das gern.“

Bilder vom großen Trägerfest

Trägerfest an der Waldfreizeitanlage 

So ergeht es auch Else Schnese. Die Seniorin aus Obertshausen lässt es altersbedingt inzwischen zwar ruhiger angehen. Aber auch nach rund 40 Trägerjahren in der Kirchstraße, Karl-Mayer-Straße und Ringstraße ist die 78-Jährige noch mit ganzem Herzen dabei. „Außerdem bin ich sowieso früh morgens wach“, sagt die gelernte Stepperin. Ihre Familie ist übrigens ein gutes Beispiel dafür, dass Zeitungstragen durchaus ansteckend sein kann. Auch Tochter Michaela ist für unsere Leser auf Tour.

Beim Trägerfest hatte die Arbeit freilich Pause. Vielmehr genossen die etwa 300 Gäste die lockere Atmosphäre, die frische Luft, das gute und reichhaltige Essen und natürlich die netten Gespräche.

„Ein schöner Tag. Super! Ich bin das erste Mal dabei“, lobte etwa Renate Höck, die in Babenhausen für unsere Kunden auf Achse ist. Auch ihr Mann Axel („Ich trage zwar keine Zeitungen aus, aber meine Frau auf Händen.“) genoss die Feier. „Ein tolles Ambiente. Hier ist ja auch immer die Holzversteigerung.“

Nach Kaffee und Kuchen bildete sich am großen Büfett eine lange Schlange. Kein Wunder: Kuhns Mannschaft tischte Spanferkel, Fuhrmannsbraten, Haxen, Salate, Knödel und mehr auf. Da blieb kein kulinarischer Wunsch offen.

bp

Quelle: op-online.de

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