Mehr Plätze für Hosenmätze

Rodgau - (eh) Der Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren geht weiter. Allein in diesem Jahr will die Stadt die Zahl der Betreuungsplätze um ein Fünftel steigern. Das sind 36 Plätze mehr.

In der Kindertagesstätte Binger Weg (Dudenhofen) geht voraussichtlich im Sommer eine neue Gruppe für zwölf Kleinkinder „ans Netz“. Auch in Nieder-Roden und Weiskirchen neue Kleinkindgruppen geplant. Dort sind allerdings noch größere Umbauten nötig. Stadtrat Michael Schüßler stellte die Pläne am Donnerstag im Bauausschuss vor. Die evangelische Kindertagesstätte „Birkenhain“ soll demnach für mehr als 360 000 Euro aufgestockt werden; das Dach hätte ohnehin saniert werden müssen. Die städtische Kita Schillerstraße soll einen Anbau bekommen, der rund 240 000 Euro kostet.

Beide Bauvorhaben werden einige Zehntausend Euro teurer als bisher geplant. Eine zusätzliche Zwischendecke und der Anschluss an den Altbau gehen ins Geld. Außerdem werden Architektenhonorare fällig, denn der Magistrat musste die Planung außer Haus vergeben: Die städtische Hochbauabteilung war zeitlich und personell nicht in der Lage, diese Bauvorhaben neben den laufenden Aufgaben zu bearbeiten. Damit geht es der Hochbauabteilung auch nicht besser als den städtischen Planern, auf deren Personalnot Bürgermeister Alois Schwab vor wenigen Wochen hingewiesen hatte.

Wenn die Stadtverordneten am 30. März dem Umbau beider Kindergärten zustimmen, fehlt nur noch das Geld. Der im Februar beschlossene Haushaltsplan 2009 ist von der Aufsichtsbehörde beim Kreis Offenbach noch nicht abgesegnet. Vor fast zwei Monaten hat die Stadt dort um eine Vorabgenehmigung gebeten - bisher ohne Antwort.

Etwa 18 Prozent aller Rodgauer Hosenmätze unter drei Jahren verbringen täglich einige Stunden in professioneller Obhut außerhalb der Familie. Damit gehört Rodgau zu den Spitzenreitern in der Region. Tagesmütter und Kindertageseinrichtungen können derzeit bis zu 176 Kleinkinder versorgen und erziehen. Zusammen mit den drei neuen Kleinkindgruppen soll die Zahl der Betreuungsplätze im August auf 212 steigen. „Das Problem ist nur, wir brauchen ungefähr 350“, sagt Sozialdezernent Schüßler. Den rechnerischen Bedarf für diese Altersgruppe will Schüßler noch vor dem Jahr 2013 erfüllen - „ein ehrgeiziges Ziel“, wie er selbst sagt.

Besonders großer Nachholbedarf besteht in Jügesheim. Deshalb sind für das geplante Familienzentrum am Alten Weg auch drei Krabbelstuben-Gruppen mit zusammen 36 Kindern im Gespräch. Michael Schüßler: „Wenn wir die Zahl von 300 Plätzen knacken wollen, kommen wir nicht umhin, eine größere Einrichtung in Angriff zu nehmen.“

Quelle: op-online.de

Kommentare